"Äweng"... warten wir noch" - das in etwa drückte die Haltung der vier Musikanten aus, die in der Theaterstube unter der Figur des Räubers ihre Plätze eingenommen hatten und zum Einsatz bereit waren. "ä weng" lautet auch der Name der kleinen Blasmusik-Besetzung, die extra aus Wirmsthal nach Maßbach gekommen war. Und zwar, um als musikalische Begleitung und Unterhaltung beim ersten Wirtshaussingen aufzuspielen. Verwandtschaftliche Beziehungen zur Wirtsfamilie machten's möglich.
"Wella mir net amoil ä weng Spiel...?", unter diesem Motto hatten sich die vier begeisterten Musikanten auch zusammengefunden. Und der Name war geboren. Nun also spielten sie in der Theaterstube auf: Leiter und Tubist Karl-Heinz Grimm, Jürgen Gock an der Trompete, beide aus Wirmsthal, Daniela Turtschany, Trompete, aus Poppenhausen und der Haarder Matthias Beck samt Tenorhorn. Sie spielten eigentlich ohne Gage auf, ließen allerdings ein Milchkännchen herumgehen, mit der Bitte, dieses doch mit "Papiergeld" zu füllen als Obulus für die zur Verfügung gestellten Liederhefte.
Und nach einigen fetzig aufgespielten Märschen waren dann die mehr als fünfzig singfreudigen Gäste gefordert, im frohen Singen und mit Spaß und Freude das angekündigte Wirtshaussingen nun zu einem solchen zu machen. Und wie das gelang. Los ging's, wie sollte es anders sein, mit dem Frankenlied, dem in bunter Folge weitere bekannte Volksweisen folgten. Da erklangen in der vollbesetzten Wirtsstube dann neben dem Rennsteig- auch das Kufsteinlied, Freut euch des Lebens und viele andere Weisen, musikalisch nur von der Tuba als Rhythmus- und Taktgeber begleitet.

Spontane Singrunden

Natürlich durften auch mundartliche Scherzlieder nicht fehlen, wie das vom "Fridolin", dem von einer Weltreise durch Franken berichtet wurde. Aber auch manches derbe Stücklein, wie jenes von den Schleifern von Paris, bei dem lautstarkes Lachen oder nicht zu verkneifendes Grinsen das Mitsingen zeitweise etwas schwierig machte.
Heiter und kurzweilig war der Abend. Es bildeten sich sogar spontane Singrunden, die das angedachte Programm zwar etwas durcheinander brachten, aber dem Abend so die rechte Würze gaben. Was die Veranstalter natürlich recht g'scheid freute. Nachbarschaftsliebe und Seitenhiebe dürfen ja sein. Und so gab's gleich zu Beginn des Abends einen Vergleich mit einem Wirtshaussingen in der vorangegangen Woche in Poppenlauer: "Mir sinn jo jetzt schon mehr Besucher als wie's dort worn!" Etwas schade fanden es manche Besucher, dass die Jugend nur sehr spärlich vertreten war, nach dem Motto: Wie die Alten sungen...!
Viel Freude am Wirtshaussingen hatten auch die Eheleute Christine und Claus Peter Rumpel aus Maßbach. Sie hatte ein befreundetes Paar mitgebracht. Die Begeisterung waren ihnen anzusehen. "Mein Mann ist ja eigentlich Wuppertaler, aber er liebt das Fränkische ungemein und versteht es fast besser als ich, eine gebürtige Mürschdterin...!", meinte Christine Rumpel, ehe sie ins nächste Lied mit einstimmten.