Münnerstadt Es ist eine ruhige, idyllische Ecke der Stadt, unterhalb des Oberen Tores. Hier kommt kaum jemand zufällig vorbei. Die meisten Häuschen sind zwar alt, aber liebevoll hergerichtet. So auch das von Lothar und Ursula Behrendt. Vor kurzem sah das noch ein bisschen anders aus.

Der Zahn der Zeit hatte am Putz genagt, es zeigten sich an mehreren Stellen Risse. Jetzt haben sie ihr Domizil neu verputzen lassen und dafür das kommunale Förderprogramm der Stadt genutzt. "Das ist alles ganz problemlos gegangen", sagt Lothar Behrendt. "Die Hausbesitzer brauchen keine Angst vor den Auflagen zu haben."


Ein sehr altes Haus

Im Jahr 1977 sind die Behrendts in das Haus der Streitgasse 4 gezogen. Es ist alt, sehr alt, das wissen sie. Unter dem Gebäude befindet sich ein für Münnerstadt typischer Gewölbekeller. Das exakte Baujahr kennen die Behrendts aber nicht. "Es gibt viele alte Fotos", sagt Ursula. Behrendt. In etliche historischen Abhandlungen über Münnerstadt sind Fotos von dem Gebäude unterhalb des Oberen Tores aufgenommen worden.

So ein altes Haus soll natürlich erhalten werden. "Vor 25 Jahren haben wir das Haus schon einmal verputzt", erinnert sich Lothar Behrendt. Weil das jetzt wieder nötig war und er vom kommunalen Förderprogramm wusste, ist er zur Stadtverwaltung gegangen. Bei Manuela Häfner hat er die Arbeiten angemeldet, einen entsprechenden Kostenvoranschlag eingereicht. Dann kam die Genehmigung, die Arbeiten wurden im April durchgeführt.


Klare Empfehlung

Rund 10 000 Euro hat der neue Putz gekostet, rund 2300 Euro haben sie als Zuschuss aus dem Förderprogramm bekommen. "Ich kann es jedem empfehlen", lobt Lothar Behrendt. Die Fördersumme könne unter bestimmten Umständen auch etwas höher sein. Interessenten will er auch die Angst vor denkmalpflegerischen Bestimmungen, wie beispielsweise die Farbe nehmen. "Wir haben fast die selbe Farbe wie vorher genommen, erklärt der Hauseigentümer. Und außerdem wüssten die Münnerstädter Malerbetriebe sowieso, was möglich ist und was nicht. Die Behrendts hatten sich von vornherein für eine Münnerstädter Firma entschieden. Er rät allen, das Programm zu nutzen, es greife schließlich auch, wenn nur kleiner Verschönerungen am Haus durchgeführt werden.

"Das Programm wird gut angenommen", sagt der geschäftsleitende Beamte und Kämmerer der Stadt Münnerstadt, Stefan Bierdimpfl. "Der Stadtrat stellt ausreichend Mittel zur Verfügung, und die werden auch weitgehend abgerufen." Er bestätigt, dass sich die heimischen Putz- und Malerbetriebe mit den Vorgaben des Denkmalschutzes auskennen. Und: "Die Leute, die in der Altstadt wohnen, haben ein Gespür für historische Bausubstanz."

Über das kommunale Förderprogramm werden Bauvorhaben bezuschusst, die sich auf das Äußere der Gebäude beschränken, also beispielsweise Putz, Fenster, Dacheindeckungen. Daneben gibt es noch das Förderprogramm "Stadtumbau West", das sich allerdings auf die Beseitigung von städtebaulichen Missständen bezieht. Beide Programme lassen sich nur im Sanierungsgebiet Altstadt anwenden. Es gibt zusätzlich auch noch das Förderprogramm zur Revitalisierung der Alt- und Innenorte.