Vom "Reichenbacher Blick" aus, einem schönen Aussichtsturm am Michelsberg, kann man weit in die Rhön hineinschauen. Der Blick schweift auch nach Reichenbach, das sich dem Betrachter als schöner und gepflegter Ort präsentiert. Im Dorf sorgen die Mitglieder des Vereins für Gartenbau und Landschaftspflege an einigen Stellen dafür, dass das Dorf sich in gutem Licht präsentiert. Der Verein feiert in diesem Jahr 40-jähriges Bestehen
Am 4. September 1976 trafen sich 34 Frauen und Männer, um den "Verein für Gartenbau und Landschaftspflege" zu gründen. Als Jahresbeitrag wurden fünf Mark festgelegt, Edwin Back und Helmut Heiss wurden zum Vorsitzenden und Stellvertreter gewählt. Schon damals legte man die Ziele fest, denen sich der Verein, der seit 2007 von Eberhard Reiter geleitet wird, immer noch verpflichtet sieht.

So soll einerseits das Ortsbild erhalten, aber auch die Ortsverschönerung gefördert werden. Die Gemeinschaftsanlagen sind durch Selbsthilfe zu pflegen und weitere Grünanlagen sind zu schaffen. Heute sind diese Ziele immer noch aktuell.


Sich dem Wettbewerb gestellt

Neun Mal haben die Mitglieder sich für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" engagiert. Dabei konnten zahlreiche Preise eingefahren werden. Erstmals nahm man im Jahr 1960 teil, 1976 erreichte man den ersten Platz auf Bezirksebene und Bronze auf Landesebene. 1999 wurde man Kreissieger, im Jahr 2000 gab es den 4. Platz auf Bezirksebene und erhielt den Sonderpreis für die Bewahrung einer belebten Bürgerkultur. Doch auch im Bereich der Friedhofspflege wurden einige Preise vergeben. Im Jahr 1976 und 1977 verlieh den Bezirk die Auszeichnung "Der grüne Friedhof". Ein Kreissieger-Titel sprang beim Spielplatzwettbewerb 1979 heraus. Auch spektakuläre Aktionen wie das Dreschfest 1980 und 2001 wurden organisiert.


Skulptur und Aussichtsturm

Der Verschönerung des Ortes hat man sich ganz verschrieben, was die Anschaffung einer Skulptur demonstriert: So wurde 1993 "Im Weidig" ein Bildstock aufgestellt, die den Heiligen Michael zeigt. Ihm ist die Kirche in Reichenbach geweiht. Sie wird außerdem als Reminiszenz an die Zeit gesehen, als die Reichenbacher und Burghäuser gemeinsam auf dem Michelsberg die Michelskirche besuchten. Den Aussichtsturm am Michelsberg, den "Reichenbacher Blick" hat der Verein im Jahr 2000 eigenhändig errichtet.

Allein mit dem Anlegen von Grün- und Blühflächen ist es nicht getan - man muss sich auch um sie kümmern. Diese alljährlich wiederkehrenden Arbeiten übernehmen die Mitglieder gerne. Erst jüngst wurden die Grünanlagen am neu errichteten Feuerwehrhauses neu bepflanzt.

Eine wichtige, alljährliche Tätigkeit ist die Gestaltung des Osterbrunnens in der Dorfmitte. Und der Erntedankaltar wird ebenfalls von den Mitgliedern. Details verraten, wie viel Mühe man sich dabei macht. Zudem tragen der Friedhof, der Brunnen in der Dorfmitte, der Bereich um den Kindergarten und der Sportplatz in Reichenbach die Handschrift des Vereins.


Ferienprogramm kam gut an

Daneben kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Bei Fahrten zu Bundes- und Landesgartenschauen holen sich die Mitglieder neue Anregungen im Gartenbaubereich, es werden Baum- und Sträucherschneidekurse angeboten. Beim Ferienprogramm zeigen die Verantwortlichen den Kindern und Jugendlichen, wie vielfältig man sich im Gartenbereich engagieren kann. Der Termin "Vom Baum in die Flasche" kam sehr gut an. Hier erfuhren die Teilnehmer, wie aus Äpfeln Apfelsaft gewonnen wird. "Wir sind bestrebt, den Nachwuchs für die Natur zu begeistern", erläutert Vorsitzender Eberhard Reiter. Und das Team ist vor Ort, wenn es gilt, altes Brauchtum zu pflegen, wie beispielsweise beim Aufstellen des Weihnachtsbaumes in der Dorfmitte.

Dem Verein liegt eine intakte Flora sehr am Herzen. So beteiligte sich der Verein am "Tag des Baumes". An der Michelskapelle wurden zwei Nußbäume gepflanzt. Dies geschah bei einem kleinen Fest. "Die Reichenbacher und Burghäuser haben hier eng zusammengearbeitet und für die Bewirtung gesorgt", erinnert sich Eberhard Reiter. Der Erlös der Aktion ging an den Reichenbacher Kindergarten. Wenn man heute das Areal am Michelsberg betritt, so sieht man, dass die beiden Bäume bestens gedeihen.