Beim Gespräch mit dem Amt für ländliche Entwicklung (AflE) kam auch die finanzielle Machbarkeit der Gemeinde zur Sprache. Es gebe bereits 20 Jahre Dorferneuerung in Rannungen, sagte Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU - Freie Wähler Rannungen). Doch außer der jüngsten Maßnahme mit Raiffeisenstraße und Pfarrheim sei wenig gelaufen.

Es stand zur Debatte, ob die Gemeinde nicht wichtigere Maßnahmen berücksichtigen müsste als zusätzliche Forderungen - wie Schulhof mit Kirche, Rathaus, Jugendtreff und Kindergarten als Anlieger - mit angenommenen 400.000 Euro Kosten.

Klopf für Bürgerbeteiligung

Der Bürgermeister zählte etwa 15 Projekte auf, im Vergleich zu denen der Bauhof mit einem Traktor oder die Gemeinde mit einem weiteren Mitarbeiter ebenso Beachtung finden müssten. "Was ist jetzt wichtiger?", stellte Fridolin Zehner das Thema zur Diskussion. Das löste eine Reihe von Wortbeiträgen aus. Harald Klopf (Rannunger Bürgerliste) will in dieser Angelegenheit den Gemeinderat nicht alleine entscheiden lassen, sondern Bürger, Vereine und Kirchenvertreter mit ins Boot nehmen. Auch möchte er die Teilnehmergemeinschaft mit in der Planung sehen.

Harald Leurer (CSU - Freie Wähler Rannungen) sah dagegen zuviel Unentschlossenheit. Es werde zuviel geredet und dann wieder fallen gelassen. "Es ist nun die letzte Gelegenheit, mit Förderung Geld abzuschöpfen", formulierte Leurer seine Überzeugung. Er könne die Gestaltung der Dorfmitte eher mittragen als Radwege, sagte Leurer. Werner Keller (Rannunger Bürgerliste) hat Bedenken bei der Summe für den Schulhof, die er nicht mittragen könne. "Man muss den vorgegebenen Kostenrahmen beachten", sagte Keller. Er würde ebenso gerne auch andere mit ins Boot nehmen, wenn das Dorf attraktiver werden soll. Aber: "Man kann nur planen, was im Haushalt vorgesehen ist." Yvonne Seufert (Rannunger Bürgerliste) und Sybille Büttner (Rannunger Bürgerliste) schlugen vor, Ideen zu sammeln und diese nicht vor sich her zu schieben.

Versammlung in Vorbereitung

Anhand der Wortbeiträge merkte Bürgermeister Zehner, dass in dieser Sitzung noch keine Entscheidung getroffen werden konnte. Eine weitere Versammlung mit Bürgern und Leitbild-erstellung werde vorbereitet, sagte Zehner. Dabei klang bereits durch, dass in der alten Schule nach Auszug des Kindergartens ein größerer Sitzungsraum zur Verfügung stünde.

Zum Thema Ortsentwicklung passte auch die Beratung über mögliche Gemeindeprojekte im Rahmen des "LEADER Förderprogramms" der EU in der Periode 2014 bis 2020. Dazu hatte Harald Klopf einen Lichtbilder-Vortrag vorbereitet. In den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld gebe es bereits 32 derartige Projekte. Auch hier forderte Klopf die Beteiligung der Bürger, diesmal in Form eines Fördervereins. Als Beispiel stellte er die Schule in Stralsbach und das Generationenhaus "Dorflinde" in Langenfeld (Oberfranken) vor. Jedoch sei der Termin 28. November 2014 für eine Beteiligung am LEADER-Programm sehr kurzfristig und erfordere schnelles Handeln, wenn ein Leitbild oder ein Alleinstellungsmerkmal formuliert werden solle. "Das Thema ist sowohl für Jung und Alt interessant", sagte Klopf zur Frage, was für die Gemeinde wichtig sei.