Reichenbach/ Burghausen In zwei Prozessionen waren wieder viele Gläubige aus Reichenbach und Burghausen zur Kirchenruine auf den 400 Meter hohen Michelsberg gewallt.
Vor zehn Jahren hatten sich die beiden Kirchengemeinden darangemacht, die nach einem Blitzschlag im Jahr 1806 noch als Trümmerhaufen von dem ehemaligen Kirchlein zeugenden Überreste in einer gemeinsamen und gewaltigen Kraftanstrengung zu einem eindrucksvollen Ort der Andacht, Stille und Erinnerung zu gestalten.
Schon seit Beginn der 70er-Jahre, alljährlich in der Kiliani-Woche, finden die Prozessionen und der gemeinsame Gottesdienst dort statt, zu welchem sich auch diesmal wieder an die zweihundert Teilnehmer in den frühen Abendstunden zusammengefunden hatten.
In Konzelebration hielten Pater Wilfried Balling und Pater Rudolf Götz am Freialtar vor dem Ostgiebel der Kirchenruine den Gottesdienst, festlich umrahmt von den Klängen der Gemeinschafts-Blaskapelle Reichenbach-Burghausen und den Gesängen der Teilnehmer. In seiner Predigt bezeichnete Balling das Areal der Kirchenruine als "... einen besonderen Ort, der Burghausen und Reichenbach von alters her durch das gemeinsame Gotteshaus verbindet!" An dem wunderschön hergerichteten, lebendigen Denkmal, wo die Geschichte lebt und spürbar sei, könne man sich Gott und dem Glauben besonders nahe fühlen. Weiter ging Pater Wilfried auf die Gedenkwoche der Franken-Apostel Kilian, Kolonat und Totnan ein, die ohne Taschen, ohne Wörterbuch und Geld, ja sogar ohne Strategie, sich in Irland aufgemacht hatten, um den noch fränkischen Heiden das Wort Gottes und Frieden des Glaubens zu bringen. Wie die Jünger waren sie als Träger und Verkünder der Botschaft für und mit Jesus unterwegs. Und ebendies sollte auch Auftrag und Wollen der Christen, der Kirche von heute sein.