Wenn im Urlaubshotel irgendwo in Deutschland zwischen Hamburg und Garmisch rundum eine Wohlfühlatmosphäre herrscht, liegt das möglicherweise auch an einem Unternehmen aus der kleinen Gemeinde Rannungen. Erst vor einigen Wochen ist der Raumausstatter-Meisterbetrieb Heiko Erhard von der Wiesenstraße in einen hellen und geräumigen Neubau in der Schweinfurter Straße 9 umgezogen. Hier befinden sich allerdings nur Ladengeschäft und Verkaufsräume der Erhard Wohnkultur & Co KG, während die Polsterei und das Lager weiterhin im Gewerbegebiet von Rannungen ihren Sitz haben. In der kleinen Gemeinde Rannungen mit ihren 1200 Einwohnern ist das Unternehmen ein gewichtiger Faktor.

Im Jahr 1956 gegründet

"Wir bieten den kompletten Raumausstatter-Service mit Polstern, Tapezieren, Gardinen, Sonnenschutz, Bodenbelägen", sagt Firmeninhaber Heiko Erhard über die Tätigkeit seines Unternehmens, das er zusammen mit seiner Lebensgefährtin und seiner Schwester führt. Die Firma wurde im Jahr 1956 von seinem Vater Leo Ehrhard gegründet, der auch viele Jahre Bürgermeister war.

Zu Jahresbeginn 1988 wurde sie von Heiko Erhard übernommen und bis auf den heutigen Tag weitergeführt. Er sagt denn auch: "Wir haben zurzeit eine gute Auftragslage und Vollbeschäftigung." Die Privatkunden, die neue Gardinen für ihre Wohnung brauchen oder einen Sonnenschutz für die Terrasse, kommen aus einem weiteren Umkreis von Würzburg bis Fulda, sagt der Firmenchef.

Doch das Unternehmen hat noch ein zweites Standbein: In Zusammenarbeit mit einem Kooperationspartner arbeitet die Firma aus dem kleinen Rannungen in Hotels in ganz Deutschland, von Hamburg bis Garmisch. "Es sind nicht die ganz großen Hotels, sondern eher die kleineren und die mittelgroßen, die familiär geführt werden und zuverlässige Handwerker brauchen", erläutert Heiko Erhard stolz.

"Beruf und Berufung"

Damit noch nicht genug: Er ist auch als Gutachter von der Handwerkskammer bestellt und vereidigt. "Meine Firma ist für mich Beruf und Berufung, da bleibt für Ehrenämter leider keine Zeit mehr", bedauert er. Der Betrieb hat etwas zehn Mitarbeiter und bildet auch aus, denn ohne guten Nachwuchs geht es nicht.

"Doch es ist immer schwieriger, geeignete junge Leute zu finden", klagt Heiko Erhard. Die meisten Mitarbeiter arbeiten in der Werkstatt im Gewerbegebiet oder sind unterwegs bei den Kunden. Nur Heiko Erhard und ein bis zwei Mitarbeiterinnen sind im Ladengeschäft und dort beratend tätig. "Ich komme leider viel zu wenig zur handwerklichen Arbeit", bedauert der Firmenchef.

Was wäre ein solches Unternehmen ohne zuverlässige langjährige Mitarbeiter mit Erfahrung? Heiko Erhard konnte seinen Mitarbeiter Heiko Wiener für 25-jährige Betriebszugehörigkeit ehren und ihm eine Ehrenurkunde der Handwerkskammer überreichen.

Seit seinem 15. Lebensjahr arbeitet der Reichenbacher bei der Firma. "Er war der erste Lehrling, den ich selbst eingestellt habe, nachdem ich den Betrieb von meinem Vater übernommen habe", sagt der heutige Chef.