Mancher Windkraftgegner in der Region fühlt sich durch den Geschäftsbericht des Jahres 2013 der Stadtwerke Erlangen bestätigt, dass Windenergie im Landkreis zu wenig ertragreich ist. Die Stadtwerke Erlangen sind Eigentümer von zwei Windrädern in Rannungen. Die Räder produzierten in den letzten zwei Jahren weniger Strom als erhofft, weil es weniger Wind als prognostiziert gab.
Tatsächlich heißt es in dem Geschäftsbericht: "Geringere Windverfügbarkeit stellt ein Risiko für die Erträge dar. Nach dem schwachen Windjahr 2013 zeigte auch das erste Quartal 2014 eine unterdurchschnittliche Winddarbietung".
Helmut Kundra von den Erlangener Stadtwerken bestätigt auf Anfrage, dass die Erträge derzeit nicht so hoch sind, wie eigentlich gedacht. Der Wind hat gefehlt. Es habe deshalb auch eine Wertberichtigung gegeben. Das liege wohl auch daran, vermutet er, dass die beiden Windräder in Rannungen zu niedrig sind. Die rund 100 Meter hohen Anlagen waren 2011 noch Stand der Technik. Heute baut man im Binnenland Windräder, die doppelt so hoch sind, um mehr Windsicherheit zu haben.
Helmut Kundra spricht von einer Durststrecke von zwei bis drei Jahren. Er betont aber auch, dass durch feste Vergütungssätze aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz man hier unabhängig von
den Schwankungen des Strommarktes sei.
Während Rannungen schwächelt, sei man mit dem Wind-Standort Würgau sehr zufrieden. "Das ist ein hervorragender Standort", meinte der Marketingleiter und Prokurist des mittelfränkischen Energieversorgers.

Es geht um Unabhängigkeit

Dauerhaft erhofft sich Kundra eine schwarze Null von den Rannunger Anlagen. Um große Gewinne gehe es hier nicht, sondern darum, eine sichere Versorgung unabhängig von der Atomenergie aufzubauen. "Ich glaube, die regenerative Energie ist der richtige Weg", meint Kundra. Den Stadtwerken Erlangen gehe es darum, 50 Prozent ihres Stromes aus regenerativen Energien zu erzeugen, 50 Prozent aus Wärmekraft-Koppelung, erläutert Kundra. Diesen Auftrag habe man vom Erlangener Stadtrat.
Der Windpark in Rannungen ist ein kleiner Baustein auf diesem Weg. Allerdings wird der Rannunger Baustein klein bleiben. Dort werden die Stadtwerke Erlangen eher nicht mehr investieren. "Zu weit weg", heißt es. Die Projekte sollen künftig näher an Erlangen sein. Aber gestoppt haben die Stadtwerke derzeit ihr Engagement in Windenergie ganz allgemein, weil es aktuell schwierig sei mit den Genehmigungsverfahren, mit immer längeren Abschaltzeiten und verlässlichen Windberechnungen.