So schnell kann es gehen: Erst am Dienstag änderte der Marktgemeinderat die Friedhofsordnung und machte damit Baumbestattungen auf allen vier Friedhöfen, also in Maßbach, Poppenlauer, Volkershausen und Weichtungen möglich. Und schon am Freitag soll auf dem Friedhof in Maßbach die erste Baumbestattung unter der Ulme an der Mauer ganz hinten links (vom Eingang bzw. der Aussegnungshalle aus gesehen) stattfinden.
Beim Ortstermin auf dem Maßbacher Friedhof, der der eigentlichen Gemeinderatssitzung im Rathaus vorangegangen war, betonte Bürgermeister Matthias Klement, dass die Nachfrage nach Baumbestattungen immer mehr steige, nicht nur in Maßbach, und fügte hinzu "wenn wir heute zustimmen, dann findet am Freitag hier die erste Baumbestattung statt".


Tanne wird gefällt

Bauhofleiter Wolfgang Brust hatte außer der erwähnten Ulme, die Platz für maximal acht Gräber bietet, auch zwei Bäume direkt vor der Ausstellungshalle sowie einen Teil des Friedhofs im oberen Bereich vorgeschlagen. Hier sollen zwei Reihen stillgelegt werden, da sie nicht benötigt werden und die Topographie für normale Gräber wenig geeignet ist. Eine Tanne, die dort wächst, soll gefällt und durch zwei Laubbäume ersetzt werden. Dort könnten dann weitere Baumbestattungen stattfinden. Auch bei diesen Baumbestattungen wird genau dokumentiert, wo welche Urne, die übrigens aus biologisch abbaubaren Materialen sein muss, bestattet wird.


Nicht aus Ton oder Metall

Urnen zum Beispiel aus Metall oder Ton dürfen nicht verwendet werden, da sie nach Ablauf der üblichen Ruhezeiten in Sammelgräbern bestattet werden müssten, so der Bauhofleiter. Planungen für Baumbestattungen gibt es auch schon für die anderen Friedhöfe der Marktgemeinde.
So etwas wie kleine Grabsteine oder Platten wird es nicht geben. "Baumbestattung ist was anonymes, wer etwas anderes will, soll ein Urnengrab nehmen", darüber waren sich die Marktgemeinderäte schon auf dem Friedhof einig.


Kleine Namensschilder

Immerhin sollen kleine Tafeln oder Schilder auf die Personen, die hier bestattet sind, hinweisen. Auch darüber, dass diese Schilder einheitlich sein müssen, gab es keine langen Diskussionen. Sie müssen deshalb über die Gemeinde bezogen werden. Die Verwaltung legt in einer der nächsten Sitzungen einige Muster vor und der Marktgemeinderat entscheidet dann endgültig, wie sie aussehen sollen. Ob die Schilder an der Mauer hinter der Ulme oder vorn angebracht werden, wird noch geregelt.


Neue Gebührenordnung

Auch Baumbestattungen gibt es nicht kostenlos. Der Marktgemeinderat änderte die Friedhofs-Gebührenordnung entsprechend. Baumbestattungen kosten 550 Euro. Kostenlos könnte die Gemeinde ein Grundstück direkt hinter der Mauer, an der die ersten Baumbestattungen erfolgen sollen, bekommen. Eine Bürgerin will es der Gemeinde kostenlos überlassen, nur Notar- und Vermessungsgebühren müsste sie übernehmen. Das teilte ihr Sohn während des Ortstermins den Mitgliedern des Marktgemeinderates mit. Der Marktgemeinderat will in nicht-öffentlicher Sitzung darüber entscheiden.