Mit einer Finissage wurde das Ausstellungprojekt "Die Insel zwischen uns" - "Island between us" in Münnerstadt jetzt feierlich beendet. Seit 17. August hatten sich Künstlerinnen in der Marienanstalt zu einem Arbeitsaufenthalt eingefunden und in einem sogenannten "Offenen Atelier" den künstlerischen Schaffensprozess auch an die Besucher vermittelt.

Viel Abwechslung

Außerdem war im Heimatspielhaus eine Ausstellung mit den Werken der Beteiligten zu sehen. Hierbei hatten sie in ihre künstlerischen Werke auch Gegenstände aus dem Museumsdepot eingebaut und somit eine interessante Verbindung zwischen Altem und Neuem geschaffen. Mit zahlreichen Programmpunkten wie dem Klappstuhlkino und der Präsentation des Künstlerbuches begeisterten sie die Besucher.
Die künstlerische Leiterin des Projekts, Mia Hochrein, freute sich über die große Resonanz, die die Veranstaltung hervorgerufen hat. "Alles hat wunderbar geklappt. Besonders gut war die Zusammenarbeit auch mit den örtlichen Vereinen und Geschäften", sagte sie. Man habe es geschafft, eine Art Stipendium zu finanzieren, das auch in den Lebensläufen der beteiligten Künstlerinnen auftauchen werde.
"Auch der Katalog, den wir herausgebracht haben, war sehr erfolgreich", sagte die Künstlerin und fügte an: "Ich finde es toll, dass so eine kleine Stadt wie Münnerstadt es schafft, ein solches Kunstprojekt auf die Beine zu stellen." Die Bürger seien hier sehr aufgeschlossen, Potenzial für Veranstaltungen sei vorhanden. Reibungslos habe auch die Vorbereitung der Ausstellung funktioniert. Und begeistert ist Hochrein auch von der Hilfsbereitschaft der Bürger. "Sozusagen über Nacht wurde unter der Hilfe von einigen findigen Helfern ein Beleuchtungssystem geschaffen, und auch andere kleine Hindernisse wurden schnell und unkompliziert aus dem Weg geräumt."

Für Geschichte begeistern

Natürlich darf die obligatorische Frage nach dem Danach nicht fehlen, und auch hier sprüht die Münnerstädter Künstlerin schon vor Ideen: "Wir könnten mit einem Kunstprojekt auch zur Stadtbelebung beitragen und hier einige Performances anbieten. Die Möglichkeiten sind fast grenzenlos." Besonders freute es sie, dass die Künstlerinnen im Rahmen des Projekts auch Depotgut in ihre Kunstwerke einbringen konnten. "Dies liegt voll im Trend. Auch große Museen beginnen damit, Künstlerinnen mit Depotartefakten neue Kunstwerke schaffen zu lassen. Auch hier sind wir in Münnerstadt Trendsetter." So könne man auch junge Menschen für die Historie begeistern. Vom Besucheransturm war auch Thomas Pfarr von der Galerie Pfarr begeistert, der beim Projekt ebenfalls mit im Boot war. "Ich fand es sehr erfreulich, wie Moderne und Historie hier an einem Ort erlebt werden konnten", meint er auch im Hinblick auf die Einbettung des Kunstprojekts, das im Heimatspielhaus und in der Marienanstalt stattfand.
Vom Zulauf war auch er begeistert, vor allem seien auch viele Fragen zur Kunst gestellt worden: "Die Neugier war groß, und durch den Kontakt mit den Besuchern konnte man diesen die Kunst sehr gut vermitteln." Begeistert vom Projekt waren auch die beteiligten Künstlerinnen Stephanie Krumbholz und Christiane Gerda Schmidt, die extra für die Finissage noch einmal angereist waren.

"Angenehmes Umfeld"

"Ich fand den Ort sehr inspirierend", sagte Schmidt, das Umfeld sei sehr angenehm gewesen, wodurch man auch künstlerisch sehr produktiv habe sein können. "Die Objekte aus dem Depot machen sich sehr gut in den Kunstwerken, es entstand so eine interessante Symbiose", meinte auch Krumbholz, die sich in Münnerstadt sehr willkommen fühlte. "Es war hier wunderbar", lautet ihr Resümee, die Marienanstalt sei sehr inspirierend gewesen.
Der Zweite Bürgermeister von Münnerstadt, Michael Kastl, lobte das Projekt "Es ist gelungen, das kulturelle Angebot in Münnerstadt zu bereichern und den Bürgern wurde die Gelegenheit gegeben, Kunst zu genießen." Dabei fühle man sich in den Räumlichkeiten der Ausstellung wie zuhause, was ebenfalls ein Verdienst des Projekts sei.