Helmut Blank lässt die Katze aus dem Sack: "Es gibt jetzt eine Chance, die geprüft werden sollte, durch die Baumaßnahme BBZ oder im Areal des Jugendhauses ein Lehrschwimmbad zu errichten", sagt er bei einem Pressegespräch. Das Becken soll eine Größe von 16,6 Mal acht Meter haben, was genau zwei Drittel der Ausmaße des Beckens im geschlossenen Hallenbad der Stadt entspricht. Die Einsparungen beim Unterhalt würden mehr als 50 Prozent betragen.
Eins macht Helmut Blank gleich zu Beginn des Gespräches klar. "Der Beschluss des Stadtrats über den Abriss des alten Hallenbades ist unumstößlich für uns, und daran ändert sich auch nicht mehr." Einzige Einschränkung: ein Bürgerbegehren.

Nahe der Altstadt

Dafür biete sich jetzt die Gelegenheit, ein Lehrschwimmbad unter energetischen Gesichtspunkten in der Altstadt zu bauen. Das sei für ihn als Bürgermeister auch der wesentlich besserer Standort. "Es mach keinen Sinn, alles, was an Investitionen kommt, nach außen zu verlegen. Er habe ja auch schon darum gekämpft, dass das neue BBZ in der Nähe der Altstadt gebaut wird. Und da ist er beim springenden Punkt: Es gehe um die Prüfung einer vernünftigen, aber auch finanziell realisierbaren Möglichkeit, ein Lehrschwimmbad für das Schulschwimmen, Vereine (Wasserwacht), aber auch für das Betreute Wohnen und die Öffentlichkeit zu errichten, und zwar möglichst im Keller des neuen Berufsbildungszentrums.

60 Schulsportklassen reichen

Helmut Blank hat sich schon kundig gemacht. Brauche man für die Anerkennung eine Hallenbades von der Größe des bestehenden (25 Mal zwölf Meter) 105 Schulsportklassen, um als Schulschwimmbad anerkannt zu werden, so würden bei dem geplanten kleineren Bad 60 Klassen ausreichen. "Der Kostenrichtwert für die Förderung beträgt 1 915 000 Euro brutto", fügt er hinzu. Vorausgesetzt, das Objekt wird großzügig mit 80 Prozent gefördert, bliebe ein Restbetrag von rund 400 000 Euro, von dem die Stadt mindestens die Hälfte übernehmen muss. Die restlichen 200 000 Euro müssten von außerhalb kommen, möglicherweise von einem Unterstützerverein. Er habe bei der Regierung nachgefragt. Gegen ein gemeinsames Projekt von Landkreis (BBZ) und Stadt (Schwimmbad) spreche nichts.

Förderung ist möglich

Johannes Hardenacke, Pressesprecher der Regierung von Unterfranken, bestätigte unserer Zeitung, dass 60 Schulsportklassen für die Förderung eines Bades in diese Größe ausreichen. Es müssten natürlich noch weitere förderrechtliche Voraussetzungen erfüllt werden, die dann einer fachlichen Prüfung unterzogen werden. Ein Bau des Bades ins BBZ würde einer Förderung nicht entgegen stehen, sei also möglich.
Helmut Blank weist auf die Nutzung weiterer Synergieeffekte hin. So ließen sich beispielsweise ein Blockheizkraftwerk errichten, an das mehrere öffentliche Gebäude der Umgebung angeschlossen werden können.

Zustimmung nötig

Dem Vorhaben müssten natürlich die Kreis- und die Stadträte zustimmen, Landrat Thomas Bold (CSU), habe ihm zugesagt, die Möglichkeit prüfen zu lassen. Sollte es nichts werden mit dem Einbau ins BBZ, hätte man noch die Variante eines Neubaus auf dem Gelände des Jugendhauses am Dicken Turm, das die Stadt möglicherweise von den Augustinern im Erbbaurecht übernimmt. "Aber das geht frühestens 2018/19", sagt Helmut Blank.
Der Bau eines neuen Lehrbades werde auch vom BRK-Bezirksvorsitzenden Unterfranken, Eduard Lintner, unterstützt, sagte der Bürgermeister. Der war beim Pressegespräch ebenso verhindert, wie Zweiter Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Bei der Suche nach Alternativstandorten für das Fachmarktzentrum habe er sich mit dem Sanierungsbeauftragten der Stadt, Dag Schröder, über Möglichkeiten der Altstadtsanierung unterhalten, erklärte Michael Kastl später. Dag Schröder habe die Idee ein neues Schwimmbad in Altstadtnähe zu bauen, sehr gut gefunden.
"Ohne Perspektiven löst sich die Wasserwacht-Ortsgruppe Münnerstadt bald auf", sagt deren technischer Leiter und Vorsitzende der Kreiswasserwacht, Falk Hannemann. "Natürlich wäre uns ein großes Bad lieber." Für den Trainingsbetrieb sei das kleinere Bad aber völlig ausreichend. Die Wasserwacht könne zumindest teilweise die Aufsicht im Bad übernehmen.

Sitzung der Hallenbadfreunde

Helmut Blank weiß natürlich, dass heute die Jahreshauptversammlung des Vereins Bürgerbad Münnerstadt stattfindet, der das Hallenbad wieder eröffnen möchte. Er wollte nicht erst nach der Sitzung mit den neuen Möglichkeiten an die Öffentlichkeit gehen.