Da hatte Kuno Holzheimer, gebürtiger Mürschter, musikalischer Leiter der Musikakademie in Hammelburg und somit für das erfolgreiche Projekt "Saale-Musicum" verantwortlich, schon recht: Er meinte, dass es bis vor vier Jahrzehnten noch möglich gewesen wäre, mit dem neuen Symbol-Floß der musikalischen Veranstaltungsreihe direkt am Deutschordensschloss anzulegen. Damals lief dort nämlich noch der Mühlbach vorbei, der in die Lauer mündete. Mühlbach, Lauer, Fränkische Saale, damit zeigt sich die wässerige Verbindung auf, mit der Münnerstadt mit dem Saale-Musicum direkt verbunden - und seit elf Jahren bei dieser Veranstaltungsreihe aktiv mit dabei ist.

Mauersegler macht mit

Rundum heiße Stimmung, eine tropische Nacht fast: So bot der Konzertraum Schlosshof die besondere Kulisse zum diesjährigen Saale-Musicum-Konzert, in welche ab und zu auch die pfeilschnellen Mauersegler eintauchten und mit ihren schrillen Rufen einstimmten. Zur Eröffnung spielte ein Blechbläser-Quintett (Musiklehrer und örtliche Profimusiker) sehr gekonnt eine Fanfare und eine moderne Bearbeitung eines österreichischen Marsches auf. Den "Könnern" folgte auf dem Fuße eine Bläserklasse der Grundschule, die gleich vier Stücke beitrug. Beim Kanon vom "Bruder Jakob" wurde zuvor die Reihenfolge der einzelnen Stimmen lebhaft ausdiskutiert.
Junge Solistinnen und Solisten mit Querflöte, Gitarren, Tenorhorn, Saxophon, Keyboards, aber auch Klarinetten und Saxophon-Trios sowie eine Band mit diversen Instrumenten ließen hören, was sie so in der Musikschule erlernt und für die Serenade einstudiert hatten. Gleich in Fußball-Mannschaftsstärke trat die Akkorden-Gruppe der "Spätberufenen" der Musikschule auf die Bühne und stimmte schmeichelnde Akkorde an.

Joachim Schwigons Rollentausch

Im zweiten Teil des Programms war die verstärkte John-Phi lipps-Big-Band des örtlichen Gymnasiums dran. 16 junge und ältere Musiker spielten dabei fetzige Rhythmen und beendeten den stimmungsvollen, vielseitigen musikalischen Abend mit zwei James-Last-Medleys. Dabei war, freilich, auch wieder Joachim Schwigon. Der Leiter des Schönborn-Gymnasiums war mit seiner E-Gitarre voll im musikalischen Einsatz. "Nein, das stört mich gar nicht, dass ich da im Hintergrund stehen muss und keine Noten vergeben, sondern nur Noten spielen darf. Und es macht ja unheimlich Spaß, mit den jungen Leuten zu musizieren", sprach's Joachim Schwigon, legte seine Gitarre zur Seite und tatkräftig Hand mit an, um das ganze Big-Band- Equipment wieder von der Bühne zu räumen.