Eine rege Diskussion ist bei der jüngsten Stadtratssitzung um die Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeugs für die Freiwillige Feuerwehr Großwenkheim entstanden. Dabei ging es gar nicht so sehr um das Fahrzeug selbst, vielmehr konzentrierten sich die Redebeiträge auf das noch immer von vielen Stadträten vermisste Gesamtkonzept für die Feuerwehren im Stadtgebiet. Schließlich stellte Fabian Nöth (Neue Wege) den Antrag, die Verwaltung soll entsprechende Angebote einholen, was mit 17 zu vier Stimmen auch so abgesegnet wurde. Mit zwölf zu neun Stimmen beschlossen die Kommunalpolitiker, noch in diesem Jahr ein Mehrzweckfahrzeug anzuschaffen.


Auto ist 24 Jahre alt

Die Neubeschaffung sei nötig, weil das alte Fahrzeug im Jahr 1992 erstmals zugelassen wurde. "Es befindet sich in einem extrem schlechten Zustand", unterstrich der Bürgermeister die Notwendigkeit. Die Kosten werden auf 50 000 bis 55 000 Euro geschätzt, wobei der Freistaat einen Festbetrag von 16 300 Euro zuschießt.


Als Führungsstelle nutzbar

Ein solches Fahrzeug werde auch von der Kreisfeuerwehrführung unter anderem aus einsatztaktischen Gründen befürwortet. Es kann neben dem Mannschafts- und Materialtransport auch zum Einrichten einer Führungsstelle verwendet werden. Das westliche Stadtgebiet sei durch die Nüdlinger Wehr diesbezüglich abgedeckt, im östlichen Stadtgebiet fehlt ein solches Fahrzeug noch.
"Das ist das Standardfahrzeug für mittlere und kleine Wehren", unterstrich Feuerwehrreferent Johannes Röß. Der TÜV werde im Februar 2017 das alte Fahrzeug und die Wehr scheiden. "Es hat seinen Dienst getan", unterstrich der Feuerwehrreferent.


In zwei Jahren dran

"Wir sind in zwei Jahren betroffen", machte Reichenbachs Ortsreferent Fabian Nöth (Neue Wege) aufmerksam. Man könnte doch jetzt gleich zwei Fahrzeuge bestellen und mögliche Rabatte nutzen. Sonst bekomme die Reichenbacher Wehr wieder ein gebrachtes Auto.
Das wollte der Bürgermeister so nicht stehen lassen. Die Wehr habe doch ein extrem hochwertiges, gebrauchtes Fahrzeug für 35 000 Euro bekommen und dafür auf ein neues Fahrzeug verzichtet, sagte er.
"Von mir aus können wir zehn Fahrzeuge kaufen, aber nur, wenn wir ein Konzept haben für die Feuerwehren", erneuerte Axel Knauff (SPD) eine Forderung, die er schon mehrfach im Stadtrat gestellt hatte. Hier handele es sich um eine Ersatzbeschaffung, machte der Bürgermeister aufmerksam. Es sei nicht so, dass sich jede Wehr noch schnell ein Feuerwehrauto besorgen will, bevor ein Konzept kommt.
Umso besser, fand Axel Knauff. Dann gehe es schneller mit dem Konzept, wenn man einen Ersatz braucht. Aber zuerst benötige die Stadt das Konzept, damit man weiß, wo man hinwill, unterstrich er.


Nicht durchwinken

"Ich war der Meinung, das ist schon längst in Arbeit", sagte Hubert Holzheimer (Forum aktiv), der sich wunderte, dass dem nicht so ist. "Ich tue mich schwer, das durchzuwinken", erklärte er zum Ersatzfahrzeug. Leo Pfennig (fraktionslos) ging einen Schritt weiter. Ergebnis eines Feuerwehrkonzeptes könne schließlich auch sein, dass die Großwenkheimer Wehr ein aufwendigeres Fahrzeug braucht. Ein größeres passe gar nicht rein, machte Johannes Röß aufmerksam.


Für ein Feuerwehrkonzept

Georg Heymann (CSU), meinte, man müsse hier unterscheiden. Es handele sich um ein Ersatzfahrzeug, das angeschafft werden müsse. Und: "Ich bin für ein Feuerwehrkonzept." Wenn er zustimme, sagte Bruno Schäfer (Freie Wähler), dann wolle er hinterher keine Diskussion, ob das neue Fahrzeug ein Ford oder ein Mercedes ist.
Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Großwenkheim, Michael Gessner, bekam vom Rat anschließend die Möglichkeit, die Notwendigkeit der Ersatzbeschaffung darzulegen. Das Löschfahrzeug sei in einem sehr guten Zustand, sagte er. Wenn die Wehr jetzt ein neues Mehrzweckfahrzeug bekomme, sei sie für die nächsten zehn Jahre gut ausgestattet.
Nachdem Fabian Nöth versucht hatte, ein Fahrzeug für die Reichenbacher Wehr ins Spiel zu bringen, erinnerte ihn der geschäftsleitende Beamte, Stefan Bierdimpfl, daran, dass dies nicht Bestandteil der Tagesordnung sei. Daraufhin stellte der Ortsreferent den Antrag, Angebote für ein Feuerwehrkonzept einzuholen. Das Ergebnis soll bei der nächsten Sitzung vorgestellt werden. Bei gerade einmal vier Gegenstimmen ging das durch.


Erfolgreicher Ausflug

Knapper war dann die Abstimmung über den Erwerb des neuen Fahrzeugs. Die zahlreich erschienen Mitglieder der Großwenkheimer Wehr konnten aber mit einem positiven Ergebnis nach Hause fahren. Das Geld soll in den Haushalt dieses Jahres eingestellt werden.