Draußen vor der Talkirche harrten am Sonntag vier Mitglieder des Vereins "Menschen für Tierrechte" im strömenden Regen aus, um mit zwei Plakaten ("Heiliger Hubertus - Schutzpatron der Wildtiere und nicht der Jäger" stand auf dem einen, "Du sollst nicht töten" auf dem anderen) wie gewohnt gegen die Hubertusmesse zu protestieren, die drinnen stattfand. Sonderlich ernst genommen wurden sie allerdings nicht.
Hubert Holzheimer kommentierte nur, "die gehören fast schon zur Einrichtung". Pater Gregor Hohmann, der erstmals die Messe zelebrierte, erinnerte an den religiösen Bezug der Hubertusvereine, der auf den heiligen Bischof von Lüttich (um 655-727) zurückgeht. "Denen, die etwas anderes darunter verstehen, sei gesagt, dass es sich bei den Jägern nicht um Schießwütige handelt, die Rehe oder Hasen abknallen wollen, sondern um Menschen, die die Natur hegen und pflegen", hob der Prior des Klosters St. Michael hervor. Pater Gregor verriet auch, dass er in seiner Jugend unbedingt Förster werden wollte, "aber dann bin ich nur Augustiner geworden".
Gregor Lutz, der Vorsitzende des Hubertusvereins Münnerstadt, konnte trotz des schlechten Wetters zahlreiche Gottesdienstbesucher begrüßen, die den Weg in die Talkirche gefunden hatten. "Wo sonst hätte eine Hubertusmesse einen würdigeren Rahmen", betonte er. Der Hubertusverein halte seit vielen Jahren an dieser Tradition fest und zeige damit seine im christlichen Glauben gestärkte Verbundenheit zur Talkirche.


Jubiläum

Er erinnerte daran, dass mit dieser Messe auch ein Jubiläum verbunden ist: Sie wird seit 1956, also zum 50. Mal durch die Jagdhornbläser des Jägervereins Bad Kissingen in jagdlicher Tradition musikalisch geprägt. Auch die Parforcehorn-Gruppe unter Leitung von Veronika Hümpfer war wieder mit dabei. Gregor Lutz überreichte an Rudi Hein, Werner Kleinhenz, Walter Müller, Ewald Lutz und Karl Schlereth kleine Präsente, denn sie wirken seit 50 Jahren mit.
Gregor Lutz konnte übrigens auch eine Fahnenabordnung des Hubertusvereins Fährbrück, der mit den Münnerstädtern in besonderer Freundschaft verbunden ist, sowie Hubertusbrüder aus Gädheim mit ihrer Fahne in der Talkirche willkommen heißen. "Freuen Sie sich nun und genießen die Messe, umrahmt mit den Jagdhörnern, die gerade hier inmitten von Wald und Flur, auf ihre eigene Art und Weise, richtig zur Geltung kommen" beschloss der Vorsitzende des Hubertusvereins Münnerstadt seine Begrüßung.


Das Fest fiel ins Wasser

Danach gestalteten Pater Gregor sowie die Jagdhornbläser und die Parforcehorn-Bläser aus Bad Kissingen den Gottesdienst in der voll besetzten Talkirche, der mit dem Hubertusmarsch endete. Leider fiel das Fest, das normalerweise nach der Hubertusmesse stattfindet, weitgehend buchstäblich ins Wasser. "Bei gutem Wetter kommen da im Laufe des Tages schon mal 500 bis 600 Besucher oder mehr", erzählte Hubert Holzheimer, "doch dieses Jahr blieben die Bierbänke auf dem Lastwagen."
Der Hubertusverein Münnerstadt hat etwa 150 Mitglieder in ganz Deutschland und auch im Ausland. "Man muss kein Jäger sein, um Mitglied zu werden", hebt Holzheimer hervor.