1986 war er schon Jugendkönig. Damit wandert die Kette wieder ins Haus Kiesel, nachdem Ehefrau Melanie 2012 Königin war. Sie steht ihrem Ehemann als 1. Ritter zur Seite, denn die beiden hatten sozusagen am Ende ein familieninternes Schießen auf den Korpus veranstaltet. 2. Ritter ist Schützenmeister Andreas Weigand. Die Schützenkette wurde vom stellv. Gauschützenmeister Otto Iff und Alt-König Bernd Diemer überreicht.
Bei aller Freude über den neuen Regenten flossen diesmal viele nachdenkliche Worte in die Rede des Schützenmeisters ein. Zum einen herrscht in Rannungen noch immer tiefe Trauer über den Tod von drei jungen Mitbürgern, die binnen zwei Wochen zu Grabe getragen werden mussten. Zum anderen war es die recht abrupt nachlassende Beteiligung beim Königsschießen. Im Vorjahr hatten sich noch 28 Schützen um die Würde beworben, dieses Mal waren es nur noch 17. Nach nur 194 Schuss fiel der Korpus so bald wie nie zuvor. Aufgrund der rückläufigen Zahlen wurde deshalb auf die alte Tradition verzichtet, den Schützenkönig mit Musik daheim abzuholen.

Nachlassendes Interesse

Das nachlassende Interesse am Schießsport sei schon länger zu beobachten, berichtete Weigand weiter. Zwei Festzüge wurden nur mit mäßiger Beteiligung besucht, einer musste gar ganz abgesagt werden. Die Folgen seien fatal. Einige Vereine hätten das Königsschießen laut Weigand bereits eingestellt, was jedoch allerorten zu noch weniger Interesse am Verein geführt habe. Die Königsproklamation soll deshalb künftig auch in kleinerem Rahmen möglich sein. Das bislang immer recht opulente Fest hält möglicherweise den einen oder anderen ab, sich die Königswürde zuzumuten, mutmaßte der Schützenmeister.