Was verbindet man mit einem Kloster? Wer darüber einmal ernsthaft nachdenkt, kommt sicher auf das gleiche oder zumindest ein ähnliches Ergebnis, wie die Verantwortlichen in Maria Bildhausen. "Die Jahrhunderte alte Basis des Lebens im Kloster Bildhausen ist die Ausrichtung auf Gott - die Spiritualität. Die franziskanische Tradition blickt auf die Schöpfung als Geschenk - die Natur. Ein Ausdrucksmittel des Menschen als Antwort darauf ist die Kunst", so formuliert es Michael Nowotny, stellvertretender Gesamtleiter in Maria Bildhausen. "Die neue KlosterAkademie Maria Bildhausen will mit ihren drei Säulen Kunst, Spiritualität und Natur, Angebote schaffen, die Menschen in Beziehung, in Kontakt bringt mit unseren traditionellen Werten und diese dadurch weitertragen."

Ein Gemeinschaftswerk

Die KlosterAkademie ist nicht von heute auf morgen und nicht im Kopf einer einzelnen Person entstanden. Sie ist das Ergebnis einer Entwicklung. Der Bildhauer Willi Grimm, der 2008 erstmals in Maria Bildhausen mit dem heutigen Galeristen Thomas Pfarr ausstellte, hat in Österreich Sommerakademien kennen gelernt und diese Idee in Maria Bildhausen eingebracht. Thomas Pfarr wirkte an einem Sozialraumprojekt "Maria Bildhausen 2033" mit, bei dem über notwendige und mögliche Entwicklungen nachgedacht wurde. Als eine der Möglichkeiten den Ort Maria Bildhausen weiterzuentwickeln, brachte er hier wiederum eine Akademie in die Diskussion ein, was bei den Schwestern der St. Josefskongregation auf offene Ohren stieß.
Gesamtleiter Rainer Waldvogel und Michael Nowotny waren von Anfang an dabei und nun ist die KlosterAkademie Maria Bildhausen mit der neuen Ausstellung von Willi Grimm im Abteigebäude offiziell ins Leben gerufen worden. Wie Michael Nowotny bei einem Pressegespräch erklärte, sei die Akademie zunächst zeitlich befristet, aber weder er, noch Willi Grimm und Thomas Pfarr zweifeln daran, dass es ein Anfang einer Entwicklung sein wird. "Das Ganze muss wachsen", sagt Willi Grimm dazu. Und: "Man braucht gute Dozenten." Aber da haben die Verantwortlichen ihre Hausaufgaben bereits gemacht.

Die ersten Kurse

Erste Spirituelle Angebote mit den Seelsorgern vor Ort, Pater Gottfried Scheer und Gemeindereferent Peter Schott, als Referenten, finden sich ebenso in einer ersten Programmübersicht, wie Kurse zum Bereich Natur, veranstaltet durch den Partner, die Naturschule Otmar Diez aus Sulzthal. Zum Beispiel ein Klosterwochenende zum Thema Heilkräuter und Klosterheilkunde. Und aus dem Bereich Kunst unter anderem ein Bildhauerkurs mit dem erfahrenen Kursleiter, Bildhauer und Künstler Kurt Grimm (Sohn vonWilli Grimm). "Wir wollen die Kunsttherapie, die bereits vorhanden ist, hier beheimaten", so Michael Nowotny. "So ist auch ein Mosaikkurs speziell für Menschen mit Behinderungen im Programm, mit der Heilpädagogin und Künstlerin Monika Perleth, sowie Ausstellungen, die wir mit unserem Partner, der Galerie Thomas Pfarr, Münnerstadt veranstalten."

Ideale Räume

Die KlosterAkademie in Maria Bildhausen hat ein großes Plus: Ihr stehen im Kloster ideale Räume zur Verfügung. "Vor allem dadurch, dass wir neben den bekannten Gebäuden auch Räumlichkeiten im Konventgebäude St. Maria zur Nutzung erhalten", erklärt Michael Nowotny. Diese stellt die St. Josefskongregation zur Verfügung und die St. Josefskongregation ist es auch, die dieses Projekt ideell und finanziell in besonderer und nachdrücklicher Weise unterstützt. "Hier darf ich Generaloberin Schwester M. Edith erwähnen, die sich hier herausragend engagiert und persönlich einbringt."

Anmeldungen schon da

Die ersten Angebote stehen, da zum Beispiel der Bildhauerkurs schon vorab bekannt gemacht wurde, gibt es Resonanz. Für diesen Kurs liegen bereits Anmeldungen unter anderem aus Frankreich und der Schweiz vor. "So gehen wir mit Zuversicht in dieses Projekt hinein."