Das Klöppeln ist ein Handwerk, das heute leider nur noch selten ausgeübt wird. Früher war diese Technik kaum wegzudenken: gab man mit ihr vor allem den Rändern von Kleidungsstücken doch eine feste und gleichzeitig dekorative Kante. Dieses alte Handwerk kann bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden, heute hat allerdings maschinell gefertigte Spitze das Handklöppeln größtenteils verdrängt. Es gibt aber immer noch einige Idealisten, die die Kunst des Klöppelns weiter betreiben. So wie Hildegard Stäblein aus Wülfershausen.


Unterschiedliche Techniken

Sie führte im Henneberg-Museum vor interessiertem Publikum das Klöppeln vor und wusste über die unterschiedlichen Techniken allerhand zu berichten. Auch die Hobbydrechsler waren wieder vor Ort und zeigten, wie die verschiedenen Handwerke einander brauchen: so wurden die Klöppel damals per Hand gedrechselt, Martin Behr führte dies an der aufgestellten Drehbank vor. "Es freut uns, dass wir im Rahmen der Drechselausstellung auch weitere Handwerke präsentieren können, die heute leider am Aussterben sind", freute sich Museumsleiter Björn Hein. Er dankte besonders Andreas Scholl für sein unermüdliches Engagement bei der Ausstellung.
Neben dem Drechseln ging es diesmal also auch um das Klöppeln. Besonders Konzentration sei für dieses nicht leicht zu lernende Handwerk erforderlich, weiß Hildegard Stäblein: "Es ist aber gerade das, was die Faszination ausmacht. So kann man vom Alltag abschalten und hat einen wunderbaren Ausgleich", erklärt sie. Die gelernte Näherin hat sich schon immer für Handarbeit interessiert. 1997 machte sie dann an der VHS in Münnerstadt einen Klöppelkurs mit und blieb diesem Hobby treu.
Und wenn man ihr zuschaut, so ist man am Anfang etwas verwirrt ob der großen Anzahl von Fäden und Klöppel. Diese sind paarweise auf dem Klöppelkissen befestigt. Beim Klöppeln werden die Fäden von mindestens zwei Paar Klöppeln durch Kreuzen und Drehen der Klöppel miteinander verflochten. Je nach Muster und Technik können hier weit mehr als zwanzig Paar zum Einsatz kommen. Während des Klöppelns wird die Arbeit mit Stecknadeln auf dem Klöppelkissen fixiert.


Viele Arbeitsstunden nötig

Und man kann sich bereits beim Zuschauen denken, dass hier ohne Konzentration das Werk nichts wird. "Geld kann man hiermit natürlich keines verdienen, aber es ist ein sehr schönes Hobby", erklärt Stäblein. So bedeutet ein geklöppelter Schal - um die 1,50 m lang und 20 cm breit - dass man an die 90 Arbeitsstunden investieren muss. Dennoch werden kleinere Arbeiten beispielsweise auf Ostermärkten verkauft, denn Handgeklöppeltes kommt gut an.
In Bad Neustadt gibt es sogar eine Klöppelgruppe, die sich alle vier Wochen am letzten Dienstag im Monat ab 19.30 Uhr in der Villschen Altenstiftung in Bad Neustadt trifft. "Hier tauschen wir uns aus, wir bieten für Interessierte aber auch Schnupperkurse an, damit sie das Klöppeln erst einmal ausprobieren können", erklärt Stäblein. So könne man sehen, ob dieses Handwerk einem gefällt. Und wenn man fortgeschritten sei, könne man sich hier zahlreiche Tipps und Tricks holen.
Den Besuchern gefiel die Klöppelvorführung auf jeden Fall außerordentlich gut. "Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass diese Aktion so gut angekommen ist", erklärte Museumsleiter Björn Hein am Ende der Vorführung.
Das nächste Treffen der Klöppelgruppe findet am 30. August um 19.30 Uhr in der Villschen Altenstiftung in Bad Neustadt statt.