Erwin Pollak wurde am 28. August 1931 in Runarz/Sudetenland geboren. "Am 1. November 1946 kam ich mit meinen Eltern als Heimatvertriebener nach Volkershausen", erzählt der 84-Jährige. Alois Gerhard war damals von den Amerikanern für zwei Jahre als Bürgermeister von Volkershausen eingesetzt. "Ich hätte nie im Traum daran gedacht, dass er einmal mein Schwiegervater werden würde." Zur damaligen Zeit war es schwierig, eine Wohnung, eine Ausbildung, oder Arbeit zu finden. "Eine Witwe hat uns schließlich aufgenommen und ein Dachzimmer vermietet. Wir halfen einander, wo wir nur konnten", so Erwin Pollak.

Klara, eine waschechte Volkershäuserin, die leidenschaftlich gerne handarbeitet, wurde am 14. Februar 1930 geboren und musste schon als Kind in der Landwirtschaft mithelfen. Damals ging die Jugend noch gemeinsam zum Tanz und auch in die Kirche. Bei diesen Gelegenheiten haben sich Erwin und Klara kennen- und lieben gelernt. Weil aber immer schwerer Arbeit zu finden war, zog Erwin Pollak nach Württemberg. Durch diese Trennung merkten beide, wie sehr sie sich vermissten. "Aber Herz war Trumpf", sagt Erwin noch heute verschmitzt. Jedes Mal, wenn er für ein paar Tage nach Volkershausen kam, schmiedeten sie weiter Hochzeitspläne. Am 1. August 1956 war es dann soweit.


Erst nach Baden-Württemberg

Nach wie vor war es damals schwierig, eine Wohnung zu finden. Schließlich klappte es doch, Pollaks bekamen eine Wohnung über die Baugenossenschaft. Von der Zusage bis zum Bezug vergingen aber sechs Monate, in denen die beiden wieder getrennt lebten. "Unserer Liebe tat dies keinen Abbruch", versichern beide. "Endlich war es dann soweit, ich konnte meine Ehefrau zu den Schwaben entführen", so der Jubilar. "Wir hatten dort gute Freunde, da wurde uns das Eingewöhnen leicht gemacht." 1961 kam Sohn Michael zu Welt und machte die Familie komplett.

Das sehr christlich geprägte Ehepaar kam schließlich wieder zurück nach Volkershausen und baute sich 1973 ein Eigenheim, das es im Herbst 1974 bezog. "Wir fühlen uns hier sehr wohl, sagen beide. "Die Frage, ob ich meine Klara nochmal heiraten würde, kann ich nur mit einem klaren Ja beantworten, Sie hat ein edles Herz", sagt Erwin Pollak und beide beteuern, dass sie sich auch nach sechzig Jahren noch genauso gern haben, wie damals 1956. Neben dem Sohn gratulieren ein Enkel und viele gute Freunde dem Jubelpaar zu ihrem großen Tag.