Auch fünfeinhalb Jahre nach Schließung des Münnerstädter Hallenbades ist die Diskussion um Schwimmmöglichkeiten nicht verebbt. Die Hallenbadfreunde haben jetzt einen Kostenvergleich zwischen dem Abriss des Hallenbades und dem Neubau eines Lehrschwimmbades auf der einen Seite und die Sanierung des Hallenbades auf der anderen Seite aufgestellt. Danach wäre die Sanierung deutlich billiger. "Genug ist genug", sagt Bürgermeister Helmut Blank (CSU) dazu und erinnert an den bestehenden Abrissbeschluss und das bereits erteilte gemeindliche Einvernehmen. Ob das von ihm favorisierte Lehrschwimmbad umgesetzt werden kann, ist allerdings auch fraglich. "Das entscheidet der Stadtrat." Möglich wäre auch noch ein Badesee.


Gemeinschaftsarbeit

"Das war gar nicht so leichte Arbeit", meint der Vorsitzende des Vereins Bürgerbad Münnerstadt, Wolfgang Blümlein, zu der Kostenaufstellung, an der mehrere Mitglieder des Vereins gearbeitet haben. Wichtig ist ihm, dass die Sanierung des Hallenbades nicht nur um 262 000 Euro günstiger für die Stadt sei, bei einem Lehrschwimmbad stünde auch nur etwas mehr als ein Drittel der Wasserfläche zur Verfügung. Das Lehrschwimmbad ist eine Einzelübungsstätte für 60 Klassen, das alte Hallenbad eine Doppelübungsstätte für mindestens 105 Klassen", so Wolfgang Blümlein.


Noch ein Gutachten

Eine extreme Asbestbelastung, die im letzten Jahr aufgetaucht ist, kann Wolfgang Blümlein nicht erkennen. "Wir haben die ersten drei Gutachten dankenswerterweise von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen", sagt der Architekt. Danach sei Asbest lediglich bei den Rohren im Keller zu finden. Die Halle selbst sei frei davon. "Ich werde die drei Gutachten noch einmal aus fachlicher Sicht durchgehen", kündigt er an. Ihn würde einmal interessieren, wie das neue Gutachten mit der hohen Asbestverseuchung zustande gekommen ist. Das hätte er auch gern in den Händen.


Ergebnisse liegen Ämtern vor

"Die Ergebnisse liegen beim Landratsamt und bei der Regierung von Unterfranken", sagt Bürgermeister Helmut Blank auf Anfrage unserer Zeitung. Er nennt bekannte Gutachter, die die Messungen durchgeführt und die Daten ausgewertet haben. Das Thema Hallenbad hat sich für ihn erledigt.
Fraglich ist allerdings auch, ob die Stadt tatsächlich ein so genanntes Lehrschwimmbad bekommt. "Wir haben ein Büro da gehabt, das solche Schwimmbäder baut", informiert der Bürgermeister. "Unter drei Millionen Euro lassen sich solche Bäder nicht bauen." Der Förderrichtwert beträgt rund zwei Millionen Euro. Davon würde die Stadt bei einer zugesagten 80-prozentigen Förderung lediglich rund 400 000 Euro bezahlen müssen. Was über die zwei Millionen hinaus geht, finanziert die Kommune aber allein, womit bei dem Rechenbeispiel rund 1,4 Millionen Euro anfallen würden. "Ich habe das versprochen und werde das Lehrschwimmbad in den Stadtrat bringen", sagt Helmut Blank. Der Gremium müsse entscheiden.


Badesee in Allianz

Als Alternative schwebt ihm nach wie vor ein Badesee vor. Der erste Vorschlag nahe dem Hallenbad sei nicht gut gewesen, das wisse er heute. Aber es gebe ja auch noch andere Standorte. Umsetzen lassen könne sich ein solcher Badesee besonders gut in einer interkommunalen Allianz, meint er.