Der Alltag bei einer Berufsfeuerwehr kann stressig sein. Nie weiß man, wann Einsatz ist, Tag und Nacht heißt es, für den Ernstfall bereit zu sein. Davon konnten sich die Jugendlichen der Feuerwehr Münnerstadt und der Feuerwehr Reichenbach/ Windheim selbst ein Bild machen. Jugendwartin Anna Winkler und ihr Stelltvertreter Rüdiger Knötgen hatten mit zahlreichen Helfern ein abwechslungsreiches Programm konzipiert, an dem 20 Jugendliche teilnahmen und den Ernstfall übten.

Fehlalarm in der Nacht

Los ging es am Freitag, als es unter anderem darum ging, eine unter Steinen eingeklemmte Person zu befreien und eine vermisste Person zu finden. Natürlich weiß man nie, wann im Ernstfall die Sirene geht, und so galt es auch nachts um elf Uhr, eine bewusstlose Person in der Unterführung am Bahnhof in Münnerstadt zu bergen.
Ein Fehlalarm riss die Jugendlichen und ihre Betreuer in der Nacht zum Samstag aus den Federn. Am Samstagvormittag galt es unter anderem, eine Ölspur zu beseitigen sowie verschiedene Bäume von der Straße zu entfernen. "Wir haben darauf geachtet, dass jeder Jugendliche bei den unterschiedlichsten Einsätzen auf den verschiedenen Fahrzeugen dabei ist", sagte stellvertretender Jugendwart Rüdiger Knötgen.

Zusammengehörigkeit stärken

Angelehnt an die Berufsfeuerwehr habe man die Einsätze konzipiert. Auch dass nachts die Sirene geht, habe man von Anfang an ins Konzept aufgenommen. "Natürlich hatten die Jugendlichen auch zwischen den einzelnen Einsätzen viel Spaß. Neben Brettspielen haben sie auch ein kleines Tischkickerturnier durchgeführt", sagte Knötgen. Denn mit dem Berufsfeuerwehrtag wollte man auch das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken sowie zeigen, dass der Feuerwehrdienst viel Spaß macht.
"Der Berufsfeuerwehrtag war zwar anstrengend, aber ein voller Erfolg", sagte Knötgen. Dabei habe man außerdem viel Unterstützung erfahren. Landwirte hätten ihr schweres Gerät zur Verfügung gestellt, um manche Einsätze überhaupt erst möglich zu machen. Man freute sich ebenso darüber, dass eine Firma die Getränke stiftete. "Alles hat sehr gut geklappt, wir waren sehr zufrieden", sagten die Organisatoren.
Sehr gut gefallen hat der Berufsfeuerwehrtag auch den Jugendlichen. "Die Übungen waren interessant, auch die Kameradschaft kam nicht zu kurz", sagte der 15-jährige Marco Halbig aus Reichenbach. Man habe einiges lernen können. "Die Alarmierung war sehr realitätsnah, die Einsätze so, wie sie auch im Ernstfall sind", meint Finn Bötcher aus Windheim.
So habe man erst im Feuerwehrauto erfahren, was überhaupt passiert ist und konnte sich so nur kurz auf die Situation vorbereiten. Und genau das hatten die Organisatoren auch beabsichtigt: auf den Ernstfall vorzubereiten und ihn zu simulieren. Übrigens kann man ab zwölf Jahren bei der Jugendfeuerwehr mitmachen. So ist beispielsweise in Münnerstadt an jedem zweiten Montag um 19 Uhr eine Übung für die Jugendlichen. Genaue Termine können im Info-Kasten am Feuerwehrhaus in Münnerstadt eingesehen werden.