Thema der Finalrunde in der Sekundarstufe I, die die Klassen acht bis zehn umfasst, war: "Sollen in unserer Gemeinde/ Stadt gekennzeichnete Freiflächen für das Sprayen von Graffitis zur Verfügung gestellt werden?" Hier traten vier Debattanten - zwei auf der Pro-, zwei auf der Contra-Seite gegeneinander an und wurden von einer Jury aus Lehrern, Lokalpolitikern und Schülern bewertet. Als Siegerin ging Marie Rohmer vom Jean-Paul-Gymnasium aus Hof hervor, der es gelang, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.

Zum Thema Flüchtlinge

Thema des Finales in der Sekundarstufe II, die die Klassen zehn bis 13 umfasst, war das Thema: "Sollen von unserer Stadt/ Gemeinde mehr Flüchtlinge aufgenommen werden?" Auch hier standen sich vier Debattanten gegenüber. Als Sieger ging Michael Straulino (Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim) hervor. Für die Erstplatzierten gibt es ein Siegerseminar, in dem die Schüler unter Anleitung von professionellen Trainern ihre Debattierkünste vertiefen können. Die Erst- und Zweitplatzierten nehmen am Landesentscheid (München) teil.

Heidrun Wagner-Hack, Regionalkoordinatorin von "Jugend debattiert", sagt: "Schlagkräftige Argumente sind nötig, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen." Es gehören auch Sachwissen, Überzeugungskraft, sprachliches Ausdrucksvermögen und Gesprächsfähigkeit dazu, um auf dem Siegerpodest zu stehen. Bis man in den Regionalentscheid kommt, ist zudem Durchhaltevermögen angesagt. Nach dem Klassenwettbewerb kommt der Schulwettbewerb, erst dann hat man sich für den Regionalentscheid qualifiziert.

Aus sich herausgehen

Dennoch haben alle Schülerinnen und Schüler etwas davon: "Im Unterricht wird das Debattieren fleißig geübt, in der 9. Klasse gibt es sogar eine Schulaufgabendebatte", ergänzt Wagner-Hack. Für sie ist es eine Freude, zu sehen, wie Schüler, die etwas stiller sind, bei den Debatten aus sich herausgehen.

Dadurch, dass man durch Los auf die Pro- oder Kontra-Seite gesetzt wird, heißt es, sich mit einer Position auseinanderzusetzen, die man sonst nicht vertreten würde. "Man muss sich auf die Argumente einlassen und das Thema von allen Seiten beleuchte. Gerade das ist es, was in den öffentlichen Debatten oft fehlt - zu versuchen, auch die gegnerische Seite zu verstehen", ist Wagner-Hack überzeugt. Intensiv seien die Vorbereitungen auf das Thema, von dem man zehn Tage vor dem Wettbewerb erfährt. "In diesem Jahr lag das Feld ganz eng beieinander, so dass das Ergebnis denkbar knapp war." Die Regionalkoordinatorin lobt auch die Schüler, die für die Organisation der Debatten im Gymnasium zuständig waren. "Das Team hat gut zusammengehalten, und jeder hat sich mit viel Begeisterung seinen Aufgaben gewidmet."