Ziemlich menschlich ging es auf dem Olymp, dem Sitz der griechischen Götter, zu. Die Göttinnen und Götter stritten, was das Zeug hielt und nervten damit ihre Eltern, Zeus und Hera. Kriegsgott Ares will der Stärkste sein, Göttin Aphrodite hält sich für die Schönste, Athene für die Klügste. Für Dionysos besteht das Leben nur aus Feiern und Spaß haben. Apoll schließlich ist dermaßen in seine Künste vertieft, dass er nicht mehr ansprechbar ist. Die Musikpädagogen Cäcilia und Johannes Overbeck haben daraus das Kinder-Musical "Die Götterolympiade - ein witziger Wettkampf für Chor, Solisten und Klavier" gemacht, das nun in der Alten Aula am Stenayer Platz aufgeführt wurde.


Großes Zuschauer-Interesse

Der Kinder- und Jugendchor der Liedertafel 1881 Münnerstadt hat nach Weihnachten mit den Proben begonnen, und das hat sich gleich in zweierlei Hinsicht gelohnt: Erstens war es ein höchst vergnüglicher Nachmittag für die Zuschauer. Zweitens war trotz des hochsommerlichen Badewetters die alte Aula voll besetzt.

Doch zurück zur Götterolympiade, mit der Göttervater Zeus den schon erwähnten Streit zwischen seinen Kindern schlichten will. Sie sollen sich nacheinander für einige Zeit auf der Erde bewähren. Götterbote Hermes ist stets mit dabei, um dem Olymp zu berichten.

Kriegsgott Ares zettelt jede Menge Schlachten und Gemetzel an. "Ares hat nicht bestanden, denn die Menschen drohen auszusterben", berichtet Hermes. Aphrodite macht ihre Sache auch nicht besser. "Sie hat die Schönheit auf die Erde gebracht, aber die Schönheit langweilt die Menschen. Sie sehen recht dümmlich damit aus", verkündet Hermes, und deshalb: "Sie hat nicht bestanden." Athene, die Kluge und Weise, hält auf der Erde Vorträge und gibt Unterricht. Sie weiß alles besser. "Die Menschen kommen nicht mehr zum Schlafen. So geht das auch nicht", meldet Hermes nach oben.


Brotlose Kunst

Dionysos, der Gott des Weines, gibt bei seinem Besuch auf der Erde das Motto "Her mit dem Fass, ja, das macht Spaß" aus. Er zecht mit den Menschen jede Menge Bier, Wein, Schnaps. Auch damit kann Hermes nicht einverstanden sein und rät Zeus dringend: "Wir müssen das Experiment sofort aufhören, es scheint die Menschen zu zerstören."

Fehlt nur noch Apoll, der Gott der Künste. Der schwebt mit neun Musen im Schlepptau auf die Erde. Die Menschen musizieren, singen, malen, tanzen, komponieren nur noch. "Auf Dauer ist das eine brotlose Kunst. Die Künstler sind schon ganz abgemagert. Zu leben haben sie ganz vergessen", erfährt Zeus von seinem Götterboten.


Keiner hat gewonnen

Keiner hat also gewonnen. Aber die Götterolympiade geht dennoch versöhnlich aus: Denn Hermes berichtet, dass nun die Eigenschaften aller Götter in den Menschen stecken.

Eingeleitet wurde dieser vergnügliche Nachmittag mit einem Chorkonzert der Liedertafel. Zuerst zeigten die Jüngsten, was sie in den Probenstunden gelernt haben. Sie trugen sechs Stücke aus dem Kinder-Liederwerk "Ting, Tang, Tonung" des Komponisten Günter Kretzschmar (1929-1986) vor. Ohne Zugabe kamen die kleinen Sängerinnen und Sänger nicht von der Bühne. Auch die Damen des Frauenchores waren mit von der Partie. Sie sangen sich mit Peter Maffays zeitlosem Titel "Ich wollte nie erwachsen sein" und weiteren Stücken in die Herzen der Zuhörer.

Der Vorsitzende der Liedertafel, Stefan Fischer, dankte insbesondere Annemarie Kreuzer, die die Gesamtleitung der Veranstaltung hatte (schließlich dirigiert sie alle drei Chöre der Liedertafel) sowie Petra Rohracker, die insbesondere bei der Götterolympiade mit dabei war.

Mitwirkende
Götter Zeus: Maximilian Sturmat. Hera: Nicole Reifschneider. Hermes: Linus Zerzer. Ares: Antonia Kreuzer. Aphrodite: Anna Sophie Sturmat. Athene: Anna Guhling. Dionysos: Leni Martin. Apoll: Felix Johannes.

Neun Musen Mitglieder des Kinderchores.

Chor Kinder- und Jugendchor.