Es gibt Jubiläen, die werden ganz groß gefeiert. Es gibt aber auch welche, die man gar nicht wahrnimmt. Justina Schmitt überlegt eine Weile, wie lange sie sich nun schon um den Altar vom Oberen Tor kümmert. Es war 1965, also genau vor 50 Jahren. Zusammen mit Sohn Christian Schmitt, Tochter Anja Katzenberger und Schwiegersohn Bernd Katzenberger schmückt Justina Schmitt jedes Jahr zu Mariä Geburt am 8. September den Altar. "Früher gab es noch viel mehr solcher Altäre", sagt sie. Die Münnerstädter Jagdgenossen kümmern sich nun darum, dass dieses Exem plar mit dem brennenden Herz der Augustiner erhalten bleibt. "Wir geben 1500 Euro plus einen Betrag X", sagt der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Münnerstadt, Dieter Petsch.


Durchaus erhaltenswert

So viel wird die Restaurierung kosten, erklärt er. Der Sockel des Altars ist einmal nass geworden, nun nehmen die Schäden immer mehr zu. Der Münnerstädter Diplom-Restaurator Stefan Lochner habe sich den Altar angesehen und seine Entstehung auf 1820 bis 1850 geschätzt. Das Exemplar sei durchaus erhaltenswert. So wird er wohl noch einige Jahre mehr am Oberen Tor stehen, wenn die Gläubigen bei der sogenannten Schwedenprozession am "gelobten" Feiertag zu den Toren der Stadt ziehen.


Nicht selbstverständlich

"Es ist nicht selbstverständlich, dass die Jagdgenossen das Geld in der Kasse lassen", sagt Dieter Petsch. Woanders würde der Jagdschilling bis auf den letzten Cent ausgezahlt. "Der ausdrückliche Dank geht an alle Jagdgenossen, die allesamt ihren anteiligen Jagdschilling in der Gemeinschaftskasse belassen, damit Maßnahmen für die Allgemeinheit und zur Entlastung der Stadt Münnerstadt durchgeführt werden können", betont Dieter Petsch. Das Geld wird hauptsächlich für den Wegebau und zur Unterstützung von Projekten in der Stadt verwendet, beispielsweise für die Tür des Heimatspielhauses, die Beleuchtung der Stadtpfarrkirche oder die Jörgentor-Madonna.


Nur an Frosttagen möglich

Geplant sind jetzt Pflege- und Rückschnittarbeiten entlang des Wirtschaftswegenetzes in Absprache mit dem Münnerstädter Bauhof. 2000 bis 3000 Euro haben die Jagdgenossen eingeplant. Die Umsetzung hängt von den Frosttagen ab, weil nur dann gearbeitet werden kann. Für den Ausbau und die Erhaltung von Wirtschaftswegen im Bereich "Blauer Storch, Dippach und Vogeltag" sind 8000 Euro vorgesehen. Die Wege sollen neu geschottert und profiliert werden.
Schließlich werden die Jagdgenossen noch einen Zuschuss in Höhe von 2000 Euro für den Lückenschluss beim Wirtschaftswegenetz geben. Das Gebiet "Blauer Storch" soll künftig von der früheren B 19 aus erreichbar sein.
Die geplanten Arbeiten seien in dieser Höhe nur dadurch möglich, weil im letzten Jahr angedachte Investitionen aufgrund der vielen Projekte im regenerativen Energiebereich (Windräder, Photovoltaik) nicht verwirklicht werden konnten, erläutert der Vorsitzende.


Blühfläche für Bienen angelegt

Im zurückliegenden Jahr wurde aber eine Blühfläche für Bienen angelegt sowie das Umfeld des Kalkofens, des Feldkreuzes sowie der Talkirchenparkplatz durch Mitglieder der Jagdgenossenschaft gepflegt.