Wer kippt in Burghausen, am Weg vom Friedhof in Richtung Michelsberg, gleich zentnerweise an mehreren Stellen illegal Grüngut in den städtischen Wald? Darum und um einige andere Probleme ging es bei der Bürgerversammlung im Vereinshaus. Mit dabei waren Ortssprecher Klaus Görlinger, drei Dutzend Bürger, Bürgermeister Helmut Blank, seine beiden Stellvertreter Michael Kastl und Axel Knauff sowie mehrere Stadträte.

Verbotsschilder sind weg

Der Abend begann mit einem Ortstermin an besagter illegaler Grüngut-Ablage. "Ich will ja keinen Burghäuser verdächtigen, aber das hier ist ein unwahrscheinlicher Missstand", kritisierte der Ortssprecher. "Die Akzeptanz für die offiziellen Grüngut-Annahmestellen ist einfach nicht da, das ist aber Sache des Landkreises", ergänzte der Bürgermeister und wies darauf hin, dass hier auch schon entsprechende Verbotsschilder standen, die aber wieder verschwunden seien.
Zurück am Friedhof, regte eine Bürgerin an, dessen Eingangsbereich neu zu gestalten. Zwar sei die Treppe neu, aber links und rechts davon sei nichts gemacht worden. Der Eingangsbereich solle so gestaltet werden, dass man auch mit einem Rol lator in den Friedhof gelangen könne, kündigte Bürgermeister Blank später an.

Sanierung, Abriss oder Verkauf?

Einen längeren Stopp legte die Gruppe um den Bürgermeister beim Rückmarsch ins Vereinshaus am alten Feuerwehrhaus ein. Das Haus ist äußerlich in keinem sehr ansehnlichen Zustand und der Platz davor auch nicht. Ursprünglich sollte es nach dem Bau des neuen Feuerwehrhauses abgerissen werden, doch nun lagern hier die Vereine aus dem Stadtteil schon seit Jahren ihre Gerätschaften und Utensilien. Wie soll die Zukunft des Hauses aussehen? Eine Sanierung, damit es die Vereine auch weiterhin als Lager nutzen können, würde etwa 40 000 Euro kosten, ein einfacher Abriss etwa 5000 bis 8000 Euro. Denkbar wäre der Verkauf als Bauplatz oder für einen symbolischen Preis an einen Verein.
Auf die Frage, was mit der Sirene auf dem Dach des alten Feuerwehrhauses geschehen würde, gab es keine Antwort. Bürgermeister Blank kündigte an, dass er in nächster Zeit mit den Vereinen und im Stadtrat über die Zukunft des Hauses sprechen will.

Genug Platz auf dem Friedhof

Die Bürger löcherten ihren Bürgermeister mit zahlreichen Fragen. Wie es mit einem Friedwald aussehe, wollte einer wissen. Helmut Blank verwies auf 750 leere Grabstellen auf den Friedhöfen in Münnerstadt, die leer sind und Geld kosten, "da müssen wir nicht unbedingt in den Wald. Wir pflanzen ein paar Bäume auf dem Areal, das am Friedhof leer steht". Das Gelände bei der Michelsberg-Ruine sei wunderbar geeignet, "aber wir haben unten erstmal genügend Platz".
"Wenn wir eine Schulstadt sind, dann brauchen wir ein Hallenbad", bemerkte eine Zuhörerin. Helmut Blank brauchte gar nicht selbst zu antworten, denn ein Zuhörer konterte scharf: "Das Thema ist doch gegessen." Der Bürgermeister ergänzte, dass am 28. Juli im Landratsamt ein Gespräch wegen des Baues eines Lehrschwimmbeckens stattfinden werde. "Lass sie kommen", antwortete er auf den Hinweis eines Bürgers, der in der Zeitung gelesen hatte, dass das Fernsehen wegen des Hallenbades komme (Bericht auf Seite 15). Auch um die Windräder auf der Gemarkung Burghausen drehte sich die Diskussion. Auf die Frage nach einer Minderung der Jagdpacht wegen der Anlagen meinte Helmut Blank: "In Münnerstadt heißt es, das Wild hat sich damit arrangiert."

Weniger Anlieger-Beiträge

Zu Beginn war der Bürgermeister, wie in den vorangegangenen Versammlungen auch, ausführlich auf die Haushaltslage der Stadt und die in den nächsten Jahren geplanten Investitionen eingegangen. Zum Dorfplatz in Seubrigshausen meinte er: "Die alten Zahlen können Sie vergessen." Die Anlieger-Beiträge seien von 250 000 Euro auf 150 000 Euro geschrumpft. Er wies auch hier darauf hin, dass der Antrag zur Neugestaltung des Platzes von der Bevölkerung gekommen sei, nicht etwa von der Stadt.