Der 2. Platz auf Landkreisebene für die Münnerstädter Friedhofsanlage im Wettbewerb "Unser Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur" ist für die Münnerstädter Verantwortlichen kein Ruhekissen, sondern ein Ansporn. Das erklärten der städtische Friedhofsreferent, Stadtrat Klaus Schebler, und Bürgermeister Helmut Blank. Sie pflanzten am Montag den Rosenstock, der ihnen anlässlich der Preisverleihung vom Bezirksverband für Gartenbau und Landespflege überreicht worden war. Die Rose hat ihren Platz gleich neben dem Friedhofseingang. Darüber hängt nun eine Metalltafel, die auf den 2. Platz verweist.
Der Münnerstädter Friedhof wurde als eine Anlage der Vielfalt, parkähnlich und mitten in der Stadt gelegen ausgezeichnet. Auch die Vielzahl der Bestattungsformen wurde von der Jury als positiv angesehen, darunter der Mix aus historischen Grabmälern und modernen Bestattungsformen. Für Klaus Schebler ist jetzt das Ziel, beim nächsten Mal auf Platz 1 zu kommen. Die Chancen dafür sieht er gut, wenn bis dahin auch Flächen für anonyme Bestattungen und naturnahe Grabstätten angelegt sind.
Bürgermeister Helmut Blank ist froh, dass ihn Klaus Schebler überzeugt hat, an dem Wettbewerb teilzunehmen. "Ich hätte mich nicht beworben", gibt er zu. Für Schebler war wichtig, durch den Wettbewerb zu erfahren, wo Münnerstadt mit seiner Friedhofsanlage steht. Umso mehr freut ihn, dass man auf dem richtigen Weg ist. Beim nächsten Wettbewerb strebt Schebler aus diesem Grund die Teilnahme aller städtischen Friedhöfe an.
Schebler glaubt, dass dieser Preis auch schon eine erste positive Außenwirkung hat. Die Kritik an den Laubbäumen im Friedhof sei in den letzten Wochen weniger geworden, hat Schebler den Eindruck. Neu sind außerdem einige wetterfeste Ganzjahres-Bänke innerhalb der Anlage. Zwei Bänke stehen sich gegenüber - so wie es von den Gartenfachleuten vorgeschlagen wurde. Die Anordnung soll den kurzen Plausch beim Friedhofsgang erleichtern.
Die schrittweise Neugestaltung des Friedhofs soll wie geplant fortgesetzt werden. Zudem müsse überlegt werden, wie besonders schöne und historisch wertvolle Grabsteine und Grabdenkmäler dauerhaft erhalten werden können. Angestrebt ist, eine Liste erhaltenswerter Grabsteine zu erstellen. Sinnvoll wäre es, sich auch Berater von außen zu holen, beispielsweise mit dem Kreisgartenfachberater, finden Schebler und Blank.


Finanzierung ist das Problem

Problem ist natürlich, wie der Erhalt solcher alter Grabmäler dauerhaft finanziert werden soll, wenn die Grabstelle einmal aufgelassen wird. Da aber die Entsorgung eines Grabsteines heute rund 600 Euro kostet, gibt es vielleicht Möglichkeiten, sich mit den Grabbesitzern auf einem bestimmten Geldbetrag zu verständigen, der es möglich macht, solche alten Steine im Friedhof zu erhalten. Das ist vorerst aber noch alles im Werden.