Im Fußballspielen sind die Floriansjünger den örtlichen Kommunalpolitikern überlegen. Das ist Fakt, wenigstens in Maßbach: Im Sommer, beim Jubiläumsfest zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr absolvierte eine Auswahl des Marktgemeinderates ein Freundschaftsspiel gegen die Floriansjünger und verlor trotz anfänglicher Führung mit 1:2.
"Wenn wir verlieren, machen wir eine Feuerwehrübung bei euch", hatten die Marktgemeinderäte seinerzeit versprochen. Was man verspricht, sollte man möglichst auch halten, und so meldete sich ein gutes Dutzend Mitglieder des Marktgemeinderates mit Bürgermeister Matthias Klement an der Spitze am Wochenende zum Dienst bei der Maßbacher Feuerwehr.


Ein Unfall war vorbereitet

"Wir haben für euch einen kleinen Unfall vorbereitet, denn das macht die meisten Einsätze unserer Wehr aus", betonte Sebastian Schad, der bis vor wenigen Wochen Kommandant war, bei seiner Begrüßung. Brände und die deshalb nötigen Löscharbeiten gebe es dagegen weniger. Das örtliche Autorecycling-Unternehmen Muth hatte drei ausgediente Personenwagen auf den Hof vor dem Feuerwehrhaus geschafft. Für Übungszwecke.
Na dann: Einige jüngere Wehrmänner hatten erst einmal ihren Spaß damit, die Autos mit kurzen Crashfahrten auf dem Hof ordentlich zu zerbeulen, damit alles auch nach einem echten Unfall aussah. "Es hat schon Spaß gemacht, die Autos zu demolieren", so Christian Schad.


Erst einmal einkleiden

Dann wurden die Marktgemeinderats-Feuerwehrmänner erst einmal mit Helm, Jacke, Handschuhen und Hose stilecht eingekleidet. Zumindest so ausstaffiert waren sie von "echten" Feuerwehrmännern äußerlich nicht mehr zu unterscheiden. Es folgte eine kurze theoretische Einweisung, zum Beispiel dass jede Unfallstelle mit Pylonen abgesichert werden muss, "denn wir können zum Beispiel auf der Autobahn nicht davon ausgehen, dass der Verkehr steht", so Schad, oder "wenn Sie das Glas an einer Windschutzscheibe schneiden, da müssen Sie immer das Visier runterklappen und wegen des Glasstaubs eine Atemschutzmaske tragen".


Mit Spreizer und Schere

Die Marktgemeinderäte bekamen nicht nur eine theoretische Einweisung in die Geräte, mit denen die Feuerwehrleute bei einem Unfall arbeiten müssen, sie durften die Rettungsschere und den Spreizer auch mal selbst bedienen. Dann ging es daran, an einem Fahrzeug, an dem sich die Türen nicht öffnen ließen, mal Hand anzulegen.


"Die machen das ganz gut"

Die Marktgemeinderäte konnten sich an diesem Abend nicht nur ein Bild davon machen, wie die Feuerwehr arbeitet, sie konnten sich auch davon überzeugen, dass das Geld, das sie in regelmäßigen Abständen für den laufenden Betrieb und für Neuanschaffungen der Feuerwehren der Marktgemeinde genehmigen, gut angelegt ist. "Die machen das für den Anfang schon ganz gut, ein wenig üben müssten sie halt noch", meinte ein offenbar sachkundiger Zuschauer, als die Gemeinderäte dann den Autos ans Blech gingen.
Fazit: Wette eingelöst.