"Was lange währt, wird endlich gut" - kurz und prägnant fasste es der Rannunger Bürgermeister Fridolin Zehner beim Hoffest der Freiwilligen Feuerwehr zusammen. Denn im neu befestigten und frisch verputzten Feuerwehranwesen hatte die Feuerwehr Rannungen zum fröhlichen Beisammensein eingeladen.

Dabei blickte der Bürgermeister auf die wechselvolle Geschichte des Projekts zurück, an deren Ende das neu erstrahlte Anwesen stehen sollte. Sechs Jahre habe man hin und her überlegt, was man mit dem Anwesen machen solle. Schließlich hatte man beschlossen, es zu kaufen.

Danach sollte jedoch eine Pause von zwölf Jahren eintreten, während der die Pläne vorerst ruhten. Dann ging aber alles sehr schnell: innerhalb von drei Jahren konnte man das Anwesen auf Hochglanz bringen. Im Vorfeld habe es etliche Diskussionen um die Gestaltung des Hofes gegeben, die allerdings geklärt werden konnten.
"Wir können froh sein, dass das Feuerwehranwesen heute in neuem Glanz erstrahlt", freute sich Zehner. Die Gesamtkosten für die letzte Maßnahme, also für die Herrichtung des Kanals, des Hofes und den Verputz des Hauses, habe rund 108 000 Euro betragen.

Auch wenn dieser Betrag für die Gemeinde kein Pappenstiel war: Letztendlich habe man alles schultern können, und das auch maßgeblich wegen der vielen freiwilligen Helferstunden der Feuerwehrleute. "Ich danke hier ganz besonders den Feuerwehrleuten für ihre Mithilfe bei den Arbeiten Hof und Verputz. Viele haben mitangepackt und der Gemeinde so einige tausend Euro gespart", freute sich das Ortsoberhaupt. Im Namen der ganzen Gemeinde sagte er den Helfern ein herzliches Dankeschön.

Andreas Wartha, Vorsitzender der Feuerwehr Rannungen, erklärte, dass man hier auf dem Anwesen viele Samstage mit ehrenamtlicher Arbeit zugebracht habe. Dabei blickte er auf die Baumaßnahmen zurück. Ende Februar vergangenen Jahres, also vor gut 15 Monaten, begann die Baumaßnahme mit dem Aushub des Bodens.

Danach ging alles Schlag auf Schlag: Mithilfe einer Pflastermaschine wurde von einer Firma innerhalb weniger Tage die komplette Hoffläche fertig gestellt. Die Arbeiten wurden im Frühjahr durch die Mithilfe der Rannunger Feuerwehrmitglieder abgerundet. Dabei halfen nach den Worten Warthas sämtliche Altersklassen von aktiven als auch passiven Mitgliedern beim Zuschneiden und Verlegen der Steine und beim Einkehren des Fugensplits mit, so dass diese Arbeit am 14. März 2015 abgeschlossen werden konnte.

Ende Juli wurde dann das Gerüst errichtet. "Neben dem Verputzen und Streichen der Fassade konnten bei dieser Gelegenheit auch einige andere Nebentätigkeiten wie Balken streichen, Dachrinnen austauschen oder das Zumauern der Löcher in den Dachgiebeln erfolgen", erklärte der Vorsitzende. Dabei sei alles glücklicherweise unfallfrei vonstatten gegangen.

"Ihren Abschluss fanden die Hauptarbeiten dann am 26. September mit dem Abbau des Gerüsts, womit ein sehr arbeitsintensives und auch herausforderndes Jahr 2015 sein Ende fand." Rückblickend seien allein in dieser Arbeitsphase im Herbst 130 geleistete Arbeitsstunden im Zuge von Unterstützungsleistungen für die Fassade angefallen.

Wartha dankte auch für die großartige Geduld aller Nachbarn, die die Beeinträchtigungen hinsichtlich Schmutz und Lärm geduldig ertrugen. Ausdrücklich bedankte er sich bei Reinhold Kolb, dessen Garage längere Zeit als Abstellfläche diente und bei dem zwischenzeitlich auch die beiden Feuerwehrfahrzeuge abgestellt waren. "Solche Nachbarn wünscht man sich", freute sich der Vorsitzende.


Geld für die Gemeinde

Wartha bedankte sich für die Unterstützung der Gemeinde, durch die dieses Projekt erst realisiert werden konnte. Die angefallenen Kosten müssten aber auch als eine Investition in die Zukunftssicherung des Dienstes am Nächsten und somit des Brandschutzes gesehen werden.

Auch wenn man sehr viel von der Gemeinde empfangen habe: Man gab ihr an diesem Tag auch einen kleinen Teil zurück. Nämlich in Form des Reingewinns der außerordentlichen Bürgerversammlung im März, wobei sich der Betrag auf rund 550 Euro beläuft. "Diesen Betrag möchten wir zweckgebunden für die Beschaffung neuer Spielgerätschaften der Gemeinde und damit dem Nachwuchs gerne zukommen lassen", erklärte Wartha.

"Auch wenn der Betrag rein finanziell sicher überschaubar ist, so ist für mich die dahinterliegende Symbolik entscheidender: Es sollte auch weiterhin ein gesundes Geben und Nehmen zwischen Kommune und Feuerwehr bleiben - und ich glaube, da sind wir mit dieser Truppe auf einem sehr guten Weg."

Gleichzeitig wurde im Rahmen der Feierlichkeiten der neu fertiggestellte "Historische Raum" vorgestellt. Norbert Büttner, der selbst Kommandant war, hat diesen unter Mithilfe seiner Feuerwehrkameraden eingerichtet.

Neben einer Saug- und Druckpumpe, die noch mit Pferden gezogen wurde, ist auch eine Motorspritze aus dem Jahr 1934 zu sehen sowie zahlreiche weitere historische Löschgeräte, die liebevoll hergerichtet und arrangiert wurden. Laut Büttner wurden hier insgesamt über 420 Arbeitsstunden geleistet und rund 6000 Euro investiert. "Die Kosten wurden zum Teil von der Gemeinde und der Feuerwehr sowie von Spenden getragen", so Büttner.

Natürlich war beim Hoffest einiges geboten: So gab es selbstgemachte Pizzen. Der Musikverein Rannungen sorgte für die musikalische Untermalung, vor Ort war auch Alleinunterhalter Roland Kilian. Und für die Kinder wurden viele Spiele sowie ein Bobby-Car-Rennen geboten. Dabei zeigte sich, dass man im Hof der Feuerwehr ausgezeichnet feiern kann.