In vielen Stunden Eigenleistung hat der Rannunger Walter Memmel zusammen mit seinen Söhnen Roland und Peter das marode und dem Verfall ausgesetzte Feldkreuz in der Gemarkung "Reinertswiese" restauriert. "Eigentlich bin ich gar nicht der Typ, der sich gerne in der Öffentlichkeit präsentiert, ich arbeite lieber im Hintergrund", sagt der 74-jährige Walter Memmel, "aber diesmal mache ich eine Ausnahme, weil das gelungene Werk zur Nachahmung beitragen könnte".


1860 erbaut

Das Feldkreuz "Reinertwiese" wurde 1860 von dem Landwirt Andreas Berninger erbaut. An der Stelle des Kreuzes waren ihm damals die Pferde durchgegangen und hatten dabei seinen Wagen zerlegt. Aber ihm war nichts passiert. Aus Dankbarkeit ließ er deshalb das Kreuz errichten. 1941 haben die Brüder Franz Memmel, Vater von Walter Memmel, und Albert Memmel das Feldkreuz völlig neu erstellt und an der selben Stelle wieder aufgerichtet.
Seit 1983 kümmert sich Walter Memmel mit seiner Familie um das Denkmal. Auf dem gemeindeeigenen Grundstück hat er damals ein Fundament mit entsprechendem Sockel betoniert und das restaurierte Kreuz aufgebaut. Im Jahr 2000 stand eine Sanierung an. Die Arme mussten neu befestigt, der Christuskörper aus Lindenholz abgeschliffen und alles neu gestrichen werden. Lange hielt dieser Anstrich nicht, und jetzt war erneut eine Komplett-Restaurierung nötig. Der Corpus war in einem desolaten Zustand, das Holz war gerissen und gesprungen, so dass es dieser größeren Aktion bedurfte. Die Materialkosten wurden von der Gemeinde Rannungen übernommen. Beim Aufstellen des restaurierten Kreuzes - ausschließlich mit Muskelkraft - fand Memmel tatkräftige Unterstützer in seiner Nachbarschaft.
Passend zum Platz hat Walter Memmel daneben noch eine Mariengrotte in Eigenleistung erbaut, die den christlichen Charakter des gesamten Areals noch mehr betont.


Bei Wanderern beliebt

Walter Memmel kann stolz auf das Werk sein, denn der Platz ist eine idyllische und blühende Oase der Ruhe und wird gerne von Wanderern aufgesucht. "Wenn es geht, laufen wir täglich zu diesem Platz, der zum Verweilen und zum Gebet regelrecht einlädt", sagt Walter Memmel. Hier könne man Ruhe finden und Natur pur genießen. Der Rannunger Bürgermeister Fridolin Zehner zollte dem ehemaligen Gemeindearbeiter und Wasserwart Memmel Dank und Anerkennung für sein Engagement zum Wohle der Allgemeinheit.