Voll war's, und laut war's, und hoch ging's her im Sportheim des FC Teutonia Reichenbach. Gleich an zwei Tagen stand hier das Lachen im Mittelpunkt. Die Vielzahl der Akteure, deren Altersspanne von drei bis 55 Jahre reichte, brachte viel gute Laune auf die Bühne. Da tanzten etwa die Kleinsten der Zwergengarde (drei bis sechs Jahre) im bezaubernden Show-Tanz. "Das war schön und hat viel Spaß gemacht!", sagt Hanna Schmitt. Die Fünfjährige war zum ersten Mal dabei.

Zwei "pubertierende Zicken" (Laura Stahl, Laureen Ludsteck) wussten schon recht frech von ihrer Ausschau nach "Bürschlich" zu berichten. Neug'scheite Buben und Mädchen befassten sich mit den Geheimnissen um die Begegnungen von Blümchen und Bienchen. Dass auch Erwachsene noch die Schulbank drücken müssen, wurde im Kurs "Türkisch für Anfänger" offensichtlich. In einem kniffligen Buchstabenspiel durften sich prominente Besucher betätigen. Andere wiederum stellten sich in ihren Kostümen dem als applaudierende Jury fungierenden Publikum.

Natürlich fehlte im fünfstündigen Abendprogramm auch nicht das gesprochene Wort, wie zum Beispiel von dem keine Feier auslassenden "Festlesgänger" Helmut Halbig. Auch Bürgermeister Helmut Blank glänzte in der Reichenbacher Bütt.

Im sozialen Netzwerk

Wie das abläuft mit neuen Bekanntschaften und 638 Freunden im sozialen Netzwerk Facebook, das wurde anhand einer Parodie dargestellt. Als Kölner Neubürger, der in atemberaubendem Tempo und vielseitigen Darstellungsformen Umzugsprobleme, Ärger mit der Freundin und den Versuch, Stress durch Schlagzeugspiel abzubauen, auf die Bühne brachte, zog Nico Rossmann aus der Nachbargemeinde Burglauer das Publikum in seinen Bann.

Dann war da noch das Ehepöörle (Jessica Schäfer, Jürgen Nöth), das an Bügel- und Esstisch eine lebhafte Diskussion darüber führte, an wie vielen der 365 Tage des Jahres und an welchen nicht beziehungsweise mit welchen haarsträubenden Ausreden es im abendlichen Ehebett zu mehr oder weniger erfolgreichen Begegnungen kam.

Ein Glanzpunkt war das ewig verliebte und sich zankende Pärchen, bestehend aus Brunhilde und Otmar (Susanne und Lothar Hillenbrand). Sie schlugen und sie liebten sich in wahrhaft verrückt ausgedrückter und dargestellter Weise mit Worten und Taten, mit viel Humor und Selbst-Verballhornung, was aber wie gewohnt am Ende mit einem versöhnlichen Kuss endete. Selbstverständlich mit beim FC-Teutonia-Fasching waren die immer wieder zum Wohle der Gemeinde und der Ortsvereine werkelnden und nörgelnden Mannen der Rentnerbrigade.

Ob es nun um den ewigen Kindergarten-Umbau ("Des hätte mir längst g'schafft"), die Eigenleistungen im Feuerwehrgerätehaus-Neubau ("Des sänn wenichstens Wänd, doa konn mer verputz!"), den anstehenden Bauboom in 2015, den emsig mit Staubsauger zu Werke gehenden Waldarbeitern, die neumodische Selbstbedienung im Wirtshaus, die Kirchgang-Katze des Ortssprechers oder die Launen der Dorflampen ging - sie wussten über und zu vielen weiteren Vorkommnissen im Dorf bei ihren Brotzeitbierchen Interessantes zu berichten.

Mit wabbelnden Ranzen

Natürlich wurden bei den Reichenbacher Fastnacht-Sitzungen auch Hüften, schlanke Beine und ranke Bodys, aber auch wabbelnde Ranzen zu fetziger Musik über die Bühne geschwungen. Da waren zum einen die Damen der Elferratsgarde der Kolpingsfamilie Münnerstadt (Leitung Monika Petsch), die als Gaststars mit zwei Tänzen in schmucker Garde-Uniform und als iberische Flamenco- und Stierkampf-Figuren farben- und bewegungsfroh über die Bretter wirbelten. Dann die Reichenbacher Eigengewächse "Little Rockers & Pink Ladys", die sehr gut gestylt und gekleidet Passagen aus "Grease" auf die Bühne brachten. Mystisch und geisterhaft leuchtend zeigten sich dagegen die erfahrenen, beinschwingenden Damen aus Reichenbach als "Dürre G'stecke" und erhielten für ihren Schwarzlicht-Tanz viel Beifall. Sie, wie alle weiteren Tanzformationen, durften nicht ohne Zugabe von der Bühne ziehen.

Unter dem Motto Baustelle

Wie immer voller Kraft und als Schlusspunkt rumorten die derben Schönheiten des FC-Show-Männerballetts über die Bretter, die die Welt bedeuten, und brachten diese zum Knirschen und Ächzen. Lachen, Heiterkeit, begeisterter Beifall und gute Laune herrschten beim Publikum, das wiederum vom Baustellenleiter Heiko Heinisch durch das Programm geführt worden war. Auffallend dabei: Die kleine und große Politik blieben außen vor.



Gruppen und Mitwirkende

Zwergengarde Susanne und Lucie Altenberger, Lena Deifel, Hanna Schmitt, Mia Sophie Nöth, Lena Wiener, Hanna Büscher, Marlon Schmitt, Mark Miller, Ben Mahr. Trainerinnen: Kerstin Altenberger, Michele Mahr, Julia Schmitt.

Mittlere Garde Laura und Felix Stahl, Leonie Mahr, Sina Raab, Laureen und Neele Ludsteck, Franziska Grob, Vicky Weber, Emely Müller, Michael Zufraß, Louis Beck, Linus Nöth. Trainerinnen: Natascha Ludsteck, Ela Raab, Christine Stahl, Lisa Müller.

Frauen-Garde Silvia Beck, Lisa und Silvia Müller, Christine Stahl, Melanie Miller, Sabrina Uebel.

Männerballett Stefan Büchs, Matthais Beck, Sven Ludsteck, Heiko Heinisch, Mario Nöth, Alex Altenberger, Stefan Raab, Lothar Hillenbrand.

Schule Nele Ludsteck, Sina Raab, Linus Nöth, Felix Stahl, Louis Beck, Stefan Raab.

Rentner-Gang Lothar Hillenbrand, Arnold Zufraß, Heiko Schölzke, Marc Hartmann.

Facebook Silvia Beck, Melanie Miller, Wolfgang Hein, Matthias Beck, Stefan Büchs, Alex Altenberger, Sven Ludsteck.