"Staatlich anerkannte Erzieherin" oder "staatlich anerkannter Erzieher" dürfen sich schon in wenigen Wochen, wenn sie ihr Praktikum ganz beendet haben, 46 Absolventinnen und Absolventen der Fachakademie für Sozialpädagogik am Münnerstädter BBZ (Berufsbildungszentrum) nennen. Sie haben nach der zweijährigen theoretischen Ausbildung am BBZ nun auch das einjährige Berufspraktikum so gut wie abgeschlossen.
Um überhaupt zu dieser Ausbildung zugelassen zu werden, hatten sie außerdem eine weitere schulische oder berufliche Ausbildung nachweisen müssen, die ein oder meist zwei Jahre gedauert hatte. Insgesamt dauerte ihre Ausbildung also rund fünf Jahre. Die jetzige Zeugnisübergabe an die Berufspraktikantinnen und -praktikanten war eine kleine Premiere, denn dieser Jahrgang war der erste, der seit dem Wechsel der Schulträgerschaft vom Landkreis Bad Kissingen an die Caritas-Schulen gGmbH der Diözese Würzburg im Jahr 2014 seine Ausbildung beendet.
Über drei Viertel der Absolventen sind junge Frauen. 15 von ihnen haben neben ihrer normalen Ausbildung eine Ergänzungsprüfung für die allgemeine Fachhochschulreife abgelegt, 16 für die fachgebundene Fachhochschulreife.

Bedarf ist da

"Ihr Beruf wird in unserer Gesellschaft dringend gebraucht", betonten in ihrer gemeinsamen Abschlussrede BBZ-Schulleiter Harry Koch und Christian Zintl, der stellvertretende Leiter der Fachakademie für Sozialpädagogik. Gebraucht werden Absolventen in Kindergärten, schulvorbereitenden Einrichtungen der Behindertenhilfe, Kinderhorten, in Kinderkurheimen, Förderschulen, in Wohnheimen und Werkstätten für behinderte Menschen, in Kinderkrankenhäusern, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.
"Die Caritas hat im Bereich der Diözese Würzburg einen großen Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern in ihren eigenen Einrichtungen, das gilt aber auch für die Einrichtungen anderer Träger" betonte Manfred Steigerwald, der Geschäftsführer der Caritas-Schulen gGmbH Würzburg. Alle vier Fachakademien für Sozialpädagogik seien voll belegt. Er erwartet, dass der Bedarf an Fachkräften nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das das Betreuungsgeld gekippt hat, noch weiter steigt.

Planung läuft

Der stellvertretende Landrat Emil Müller gratulierte den Absolventinnen und Absolventen und entschuldigte sich gleichzeitig, dass er sehr bald wieder gehen müsse. Er sei schon seit dem frühen Morgen im Haus und müsse zusammen mit Manfred Steigerwald gleich zurück ins Untergeschoss, wo Architektenentwürfe für den Neubau des BBZ geprüft würden, "die haben wegen uns nur mal schnell eine kleine Pause eingelegt und wir arbeiten dann weiter". Der zweite Bürgermeister Michael Kastl meinte: "Ich bin sehr froh, dass wir das BBZ haben und auch erhalten bleibt. Die Gesellschaft braucht Sie dringender als zuvor".
Für herausragende Ergebnisse wurden ausgezeichnet: Lisa Kuhn (Oerlenbach), Jennifer Eyring (Höchheim), Ann-Kristin Unger (Münnerstadt), Linda Greiner (Eltingshausen), Sarah Appel (Seubrigshausen), Amelie Hartmann (Bad Bocklet) und Verena Schiesser (Bad Kissingen).