Der Name "Herbert Ernst Karl Frahm" sagt den meisten, gerade jüngeren Menschen, wohl nicht sehr viel. Wenn ihnen aber gesagt wird, dass unter diesem Namen der spätere Bundeskanzler und sozialdemokratische Politiker Willy Brandt am 18. Dezember 1913 geboren wurde, so öffnet sich vor dem geistigen Auge ein wahres Sammelsurium an Bildern und womöglich auch Emotionen.

In den Sinn kommt da wohl sofort der berühmte "Kniefall von Warschau" 1970. Dort ehrte Brandt mit dieser berühmt gewordenen Geste die Toten des Ghetto-Aufstands von 1943. Dies leitete sozusagen symbolisch die Entspannungspolitik ein, die in die Ostverträge mit Polen und der Sowjetunion mündete. Hierfür erhielt Brandt 1971 den Friedensnobelpreis. Zudem hat er die SPD entscheidend mitgeprägt und ihr wichtige Impulse verliehen.

Willy Brandt wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Grund hat KulTourisMus im Schloss mit einem Vortrag an diese prägende Größe der deutschen Nachkriegszeit erinnert. Elmar Geus führte den Zuhörern fachkundig das Leben von Willy Brandt vor Augen.

Weitere Vorträge über Politiker

Der Archivar von Gochsheim bei Schweinfurt verstand es, die Begeisterung, die ihn selbst zur Beschäftigung mit der Geschichte gebracht hat, auf die Besucher zu übertragen. So sorgte er für einen kurzweiligen und äußerst interessanten Vortrag, der auch unbekanntere Seiten von Willy Brandt offenlegte.

Das immer wieder eingestreute Videomaterial ließ wichtige Stationen im Leben des SPD-Politikers aufleuchten. Das Publikum war vom Vortrag begeistert, was sich auch an der lebhaften Diskussion danach zeigte. Elmar Geus wusste die Fragen aus dem Publikum fachkundig zu beantworten.

Nach Angaben der Meseumsleitung sollen künftig weitere Vorträge über bekannte politische Persönlichkeiten angeboten werden.