Für das Münnerstädter Jugendhaus am "Dicken Turm" gibt es erste Interessenten. Das bestätigt der mit dem Verkauf beauftragte Immobilienmakler Bernd Auinger (Würzburg). Einer dieser Interessenten ist Bürgermeister Helmut Blank. Wenn die Stadt dieses Gebäude kaufen würde, sei dies eine große Chance, findet Blank. "Es ist mein großer Wunsch, dieses Areal zu bekommen", betonte er in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses; im Rahmen einer Ortsbegehung hatten die Mitglieder des Gremiums die Möglichkeit, sich das Gebäude anzusehen.
Der Immobilienmakler Bernd Auinger betonte dabei, dass das Gebäude eigentlich sofort nutzbar sei. Das gesamte Mobiliar sowie alle Haushaltsgegenstände, von der Kaffeetasse bis hin zur Bettwäsche seien noch vorhanden. "Man muss nur wieder aufschließen", sagt Auinger.
"Das Jugendhaus ist eine einmalige Chance", machte Bernd Auinger die Immobilie im Herzen der Stadt schmackhaft. Der Fachmann lobte vor allem auch den guten Pflegezustand des Hauses. Es sei immer wieder im Haus investiert und saniert worden, so seine Feststellung.
Nur aufschließen und weiterbetreiben - das geht dann aber doch nicht, wurde im Verlauf des kurzen, informativen Rundgangs deutlich. Es gibt Brandschutzauflagen. Die müssen erfüllt werden. Auinger zeigte zwei neuralgische Punkte: Von der Arche, dem Nebengebäude des Jugendhauses, müsse ein Notausgang auf die Straße am Dicken Turm geschaffen werden. Ein Problem sind noch die teilweise sehr offenen Gruppenräume. Hier ist es in verschiedenen Bereichen nötig, Abtrennungen, beispielsweise aus Glas einzuziehen. Allerdings ist dies nach Ansicht von Bernd Auinger leicht machbar.
Einige der anwesenden Stadträte waren das erste Mal im Jugendhaus und waren erstaunt über die Größe des Anwesens und auch über die Einrichtung. Bürgermeister Helmut Blank teilte mit, dass er bereits in der nächsten Woche ein Gespräch mit den Augustinern führen wolle, um zu erfahren, zu welchen Konditionen ein Verkauf überhaupt möglich wäre. Bis dahin soll an die Stadt Münnerstadt auch das vorhandene Brandschutzgutachten gehen, damit bekannt ist, mit welchen Kosten hierbei zu rechnen ist.

Nachfrage ist da

In der ersten Sitzung nach der Sommerpause möchte Helmut Blank das Thema dann in den Stadtrat bringen und mit den Zahlen dann abklopfen, ob sich eine Mehrheit für diese Investition finden lässt. Auch müsse darüber gesprochen werden, ob für einen möglichen Kauf eine Wohnungsbaugesellschaft gegründet werden sollte.
Bernd Auinger betonte, dass er bereits mehrfach für den Augustinerorden Liegenschaften verkauft hat. Kommunen wie auch private Investoren seien bei ähnlichen Projekten als Investoren aufgetreten. Das Interesse am Erwerb von Liegenschaften dieser Art bestehe auch auf dem Land, bejahte Auinger.
Das Jugendhaus soll nur im Gesamtpaket verkauft werden. Das heißt, der Käufer erwirbt die gesamte Einrichtung mit sämtlichen Küchen, Betten und Ausstattungsgegenständen mit und könnte dadurch ganz rasch den Betrieb aufnehmen.