1938 wurde er geboren als Sohn eines Flugzeugkonstrukteurs und einer Lotteriebuchhalterin. Der Vater hatte eine hohe Stellung beim Flugzeugbauer ARADO und war damals im Reichsluftfahrtministerium tätig. Obwohl er engen Kontakt zu den politischen Größen hatte, sei sein Vater als apolitischer Mensch nicht in die Partei eingetreten. Die letzten Kriegsmonate lebte die Familie auf dem Land. Als kleiner Junge begegnete Liebau verschiedenen Besatzungssoldaten. Die von ihnen aus den Panzern zugeworfene Schokolade ist Liebau gut in Erinnerung. Nachdem 1949 Liebaus Vater für seine Tätigkeit während des Dritten Reiches verhaftet werden sollte, floh die Familie weiter in die Westzone nach Harzburg.

Nach dem Abitur studierte Liebau an der Universität Göttingen Literatur- und Theaterwissenschaften. Als Student assistierte er am Deutschen Theater Göttingen bei Intendant Heinz Hilpert, der früher in Berlin war. Der riet ihm, an der Berliner Akademie der Freien Künste Regie und Schauspiel zu studieren. Er hatte Glück und bekam einen Studienplatz. Während dieser Zeit half er 1961 Studienkollegen, die der Mauerbau überraschte, aus Ostberlin auf nicht ungefährliche Weise herauszuholen. Nachdem er sein Examen in Dramaturgie abgelegt hatte, bekam er Regieaufträge an Theatern in Pforzheim, Bielefeld, Braunschweig, Wiesbaden. Er schrieb auch schon Hörspiele. Liebau spielte und inszenierte am Frankfurter Schauspielhaus, dann hatte er ein Engagement am Burgtheater in Wien. Besonders erfreute ihn ein Ruf vom Schillertheater aus Berlin für das Stück "Der Regenmacher". Wolfgang Spier lud ihn ein, mit ihm an der "Komödie am Kurfürstendamm" zu spielen. Seine letzte künstlerische Leistung lieferte er mit Erik Ode, dem vom Fernsehen bekannten Kommissar.


Wende im Leben

Dann kam in Liebaus Leben eine große Veränderung. Ein ihm lieb gewordener Mensch aus seinem engeren Umfeld sei an Krebs erkrankt gewesen und wurde durch einen Heilpraktiker soweit geheilt, dass er die Krankheit 19 Jahre überlebte. Liebau beschloss, selbst Heilpraktiker zu werden. Er begann ein Medizinstudium an der Freien Universität Berlin, assistierte nebenbei bei einem Heilpraktiker und spielte abends Theater, um sein Studium zu finanzieren. Er eröffnete in Berlin eine Naturheilpraxis. Nachdem die Berliner Ausgabe der Bild-Zeitung über ihn eine Reportage gemacht hatte mit der Überschrift "Kudamm-Star wird Wunderheiler", begann die Praxis zu laufen. Es seien auch viele berühmte Künstler zu ihm gekommen. Das Leben in der Großstadt Berlin kam ihm zunehmend beengt vor. Da erinnerte er sich an seine Kindheit auf dem Land. Er suchte nach einem Rückzugsort. Den fand er Ende in einem leer stehenden Bauernhof in Burglauer In mühevoller Kleinarbeit, besonders an Wochenenden, restaurierte er das Gehöft, sei dabei von einem Burgläurer als "Sabbatschänder" beschimpft worden, weil er als "preußischer Protestant" die Sonntagsruhe wohl etwas zu locker nahm. 1983/84 verlegte er seinen Lebensmittelpunkt hierher. In Bad Kissingen unterhielt er 20 Jahre lang eine Naturheilpraxispraxis. Acht Jahre war er Präsident des "Fachverbandes Deutscher Heilpraktiker". 1983 übernahm er für viele Jahre die Chefredaktion der Fachzeitschrift "Naturheilpraxis mit Naturmedizin".