Martin Gessner war sofort dabei. Der Großwenkheimer Landwirt ist selbst Mitglied der Energiegenossenschaft Münnerstadt und so war klar, dass auf seine landwirtschaftliche Halle kurz hinter Großwenkheim in Richtung Großbardorf eine Photovoltaikanlage installiert wird. "Sie ist noch im Juli ans Netzt gegangen", erklärt Frank Klüber aus Bad Brückenau, der die Anlage installiert hat. Diese hat 52,5 Kilowatt und wird etwa 55 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. "Das reicht für mehr als zehn Haushalte", rechnet Frank Klüber vor.

260 000 Kilowattstunden

Fremdkredite brauchten die Genossen auch für ihre dritte Anlage nicht aufnehmen. "Die Anlage ist ausschließlich Mitglieder-Darlehen finanziert worden", erläutert Günter Köth, der zuständige Vorstand der Energiegenossenschaft. Insgesamt haben die drei Anlagen auf einer Halle im Aussiedlerhof von Norbert Schreiner in Münnerstadt, auf dem Katholischen Kindergarten Münnerstadt und die neue von Martin Gessner eine Leistung von rund 250 Kilowatt, was einer Jahresleistung von etwa 260 000 Kilowattstunden und der Versorgung von 60 Haushalten entspricht.
Angesichts der Vorhaben der Energiegenossen werden die bisherigen Zahlen aber in den Schatten gestellt.
Weit gediehen sind die Planungen einer Photovoltaik-Freianlage auf dem Gelände der ehemaligen Erdaushubdeponie. "Da muss lediglich noch der Anschluss ans Netz abgeklärt werden", sagt Günter Köth. Diese Anlage wird dann 1400 Kilowatt haben und produziert jährlich 1,2 Millionen Kilowattstunden Strom (300 Haushalte).

Windräder fest eingeplant

Günter Köth ist fest davon überzeugt, dass die Energiegenossen bald auch in die Windkraft einsteigen werden. Obwohl es offiziell noch keine Bestätigung gibt, rechnet er stark damit, dass die Genossen, die beiden Windräder betreiben können, die auf dem Katzenberg gebaut werden, unmittelbar neben den Nüdlingern. Auf dem Schindberg und Katzenberg werden auf Münnerstädter Gemarkung fünf Windkraftanlagen entstehen. 2,7 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren zwei Räder im Jahr, rechnet der Vorstand vor. Im Millionenbereich liegen allerdings auch die Kosten 9,6 Millionen Euro fallen für zwei Anlagen an, rund 30 Prozent müssten von den Genossen getragen, der Rest über Kredite finanziert werden.
Güter Köth schätzt, dass dann die Mitgliederzahl der Energiegenossen noch einmal kräftig ansteigen wird. So sei es auch in Nüdlingen gewesen.