Es geschah zum Fest Peter und Paul am 29. Juni im Jahr 1926 in der Gastwirtschaft "Zur Linde". 22 Männer beschlossen nach eingehender Diskussion, einen offiziellen Fußballverein zu gründen. Kurios: Am gleichen Tag im gleichen Lokal wurde auch der "Sängerkranz Reichenbach" aus der Taufe gehoben.
Bereits seit 1923 trugen die fußballbegeisterten Männer Freundschaftsspiele aus. "Der erste Fußballplatz war auf dem Michelsberg, nahe dem heutigen Aussichtsturm am Reichenbacher Blick", weiß Andreas Trägner, der heute Vorsitzender des FC Teutonia ist. Die Jugend hatte ihn im Sommer 1921 durch Rodung angelegt. Das reichte damals aus. "Ich glaube nicht, dass die Ansprüche so hoch waren wie heute", meint Andreas Trägner.


Von Kimbern und Teutonen

In der Chronik ist vermerkt, wie der Fußball-Club zu seinem Namen gekommen ist.Regina Back hatte "Teutonia" angeregt. Sie wusste, dass Fußballspiel ein Kampfsport ist und ihr war vom Volksschulunterricht in Erinnerung geblieben, dass die Kimbern und die Teutonen kampferprobte germanische Volksstämme gewesen sind. Der Vorschlag der fußballbegeisterten Frau fand Gehör und so sind die Reichenbacher der einzige Verein weit und breit, der den Namen FC Teutonia trägt.
Andreas Trägner hat einen Ordner mitgebracht, in dem Vereinschronist Eugen Reiter alles über den FC zusammengetragen hat. Aber der Vorsitzende hat die meisten Daten ohnehin im Kopf. Der Neubau des alten Platzes, das erste Sportheim, der neue Platz und schließlich der Bau des neuen Sportheims hat den Mitgliedern viel abverlangt. Viel ist in Eigenleistung entstanden. Untrennbar verbunden sind die Vereinserfolge mit dem Namen Herbert Nöth. Er war von 1975 bis 1981 und dann noch einmal von 1999 bis 2005 Vorsitzender des FC Teutonia Reichenbach. In seine Amtszeit ist also unter anderem die Planung und der Neubau des großen Sportheims gefallen. "Wegen seiner Verdienste ist er zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden", erinnert Andras Trägner.


Erweiterte Stadtmeisterschaften

90 Jahre ist es nun her, dass die fußballverrückten Reichenbacher ihren Verein gegründet haben. Der Zufall wollte es, dass zum Jubiläum die Reichenbacher an der Reihe mit der Ausrichtung der Stadtmeisterschaften sind. "Die haben wir erweitert zum Lauertal-Cup", sagt der Vorsitzende. Neben Münnerstadt, Großwenkheim, Burghausen/Windheim und Reichenbach gehen auch Maßbach und Niederlauer an den Start.
Am Samstag finden die Vorrundenspiele statt, am Sonntag die drei Endspiele um den ersten, den dritten und den fünften Platz. 378 Mitglieder zählt der Verein, bei rund 840 Einwohnern, ist also fast jeder Zweite Mitglied beim FC Teutonia Reichenbach.
Hatte es zwischenzeitlich ein paar Jahre gegeben, in denen kaum Kinder und Jugendliche nachrückten, soe sieht das jetzt wieder wesentlich besser aus. "Mich freut es natürlich, dass wir eine so aktive Jugendarbeit haben", sagt Andreas Trägner. "Das ist für die Zukunft wichtig." So findet eine Woche nach dem Jubiläum am Wochenende 23./34. Juli ein Jugendpokal-Turnier der U7, U9, U11 und U13 mit insgesamt 40 Mannschaften statt.


Ziel ist die Kreisliga

Soweit ist bei den Teutonen alles in Ordnung, von Krisen, als man drei Anläufe brauchte, um einen neuen Vorsitzenden zu finden, ist der FC heute weit entfernt. Also haben sie allen Grund zu feiern. Bloß sportlich könnte es ein bisschen besser aussehen. Andreas Trägner ist sich aber sicher, dass der FC Teutonia bald wieder in der Kreisliga zu finden sein wird.

Gründung Am 29. Juni 1926 gründeten 22 Männer den Verein. Vorsitzender wurde Edmund Back, Stellvertreter Fritz Gerlach, Kassier Wilhelm Heiß und Schriftführer Julius Schmitt. Als Sportbekleidung legten sie schwarze Hose und ein gelb-schwarzes Trikot fest.

Chronik Aus der Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges ist wenig bekannt. Einen offiziellen Spielbetrieb hat es nicht gegeben, es wurden Freundschaftsspiele ausgetragen, bis auch das nicht mehr möglich war. Im August 1946 wurde der Verein erneut gegründet, ein Jahr später startete der offizielle Spielbetrieb. 1948 begann der Bau des neuen Sportplatzes (heute der alte), der 1951 eingeweiht wurde. 1964 begannen die Planungen für das Sportheim, damals laut Chronik das erste im Landkreis. Zum 40-jährigen Jubiläum 1967 wurde es eingeweiht. 1978 begannen die Planungen für einen neuen Sportplatz, der dann 1982 eingeweiht wurde. Eine Tennisabteilung kam 1986 hinzu. Bereits ein Jahr zuvor war mit dem Bau von Plätzen begonnen worden. Seit 1989 gab es den Wunsch nach einem Neubau des Sportheims, es wurde aber auch die Sanierung des alten in Betracht gezogen. Der Spatenstich für den Neubau erfolgte dann 2001, die Einweihung im September 2003.

Sportliche Erfolge Meister der C-Klasse, Gruppe 10 wurde der FC Teutonia erstmals im Spieljahr 1955/56. Weitere Titel folgten im Spieljahr 1960/61 und 1970/71. Im Spieljahr 1976/77 wurden die Teutonen Meister der A-Klasse und stiegen in die Bezirksliga Ost auf, wo sie 1979/80 Meister wurden, was 1981/82 noch einmal gelang, verbunden jeweils mit dem Aufstieg in die Landesliga.

Festprogramm Am Samstag, 16. Juli, werden um 13 Uhr die Stadtmeisterschaften eröffnet. Den ganzen Nachmittag über gibt es Vorrundenspiele und Festbetrieb. Ab 19 Uhr steigt im Sportheim TTT-Partyfloor mit DJ Daniel Milow. Am Sonntag, 17. Juli, beginnt um 10.30 Uhr der Gottesdienst in der Kirche, anschließen Kirchenparade zum Sportplatz, wo es ab 11.30 Uhr Mittagessen gibt. Die Endspiele beginnen um 13,30 Uhr, ab 14.30 gibt es Kaffee und Kuchen, ab 17 Uhr musikalische Unterhaltung. tm