"Das Kind sollte immer eine Bezugsperson haben", in der Regel sind das die Eltern, Großeltern oder Erzieherinnen, deren Aufgabe es ist, das Kind im Notfall zu trösten, zu beruhigen und nicht alleine zu lassen. "Die Kleinen sind von Natur aus neugierig, eine Sekunde der Unachtsamkeit reicht aus: Jetzt ist schnelle und kompetene Hilfe gefragt", sagt Claus Cimander vom Malteser-Hilfsdienst. An zwei Abenden schulte Cimander Kindergarteneltern aus Thundorf und Umgebung zum Thema "Erste Hilfe am Kind" .
Organisiert wurde dieser Lehrgang von Erzieherin Katharina Braun vom Kinderhaus "Unterm Regenbogen Thundorf" in Zusammenarbeit mit dem Malteser-Ortsverband Thundorf. Über diese Schiene war auch der Kontakt zu Cimander zustandegekommen.
Der 53-Jährige Cimander ist nebenberuflich Ausbilder und führte mit Fachverstand und Wissen, sowohl theoretisch als auch praktisch, durch die beiden Abende.


Helfer oft verunsichert

"Kinder sind keine kleinen Erwachsenen", mit diesem medizinischen Grundsatz war Cimander in die Thematik eingestiegen. Wenn Kinder durch Unfälle oder Erkrankungen in Not geraten, sind meistens Erwachsene in der Nähe, die gerne helfen wollen.
Gleichzeitig sind die Helfer jedoch oft verunsichert und befürchten, dem kleinen Patienten durch falsches Handeln mehr zu schaden als zu helfen. Zudem denken viele Menschen, dass sich die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kindern grundlegend von denen bei Erwachsenen unterscheidet. Tatsächlich liegen die Unterschiede oft nur im Detail, denn die allgemeinen Grundsätze der Ersten Hilfe gelten für jeden Menschen, egal ob jung oder alt.


Stürze, Vergiftungen, Bisse

Im Erste-Hilfe-Kurs speziell für Kindernotfälle lernen die Eltern die häufigsten Gefahren- und Notfallsituationen kennen, in die Kinder geraten können, wie Stürze, Vergiftungen, Verbrennungen, Tierbisse oder Erfrierungen. Cimander erklärt den Kursbesuchern, welche Maßnahmen sie durchführen sollten und was gerade bei Kindern besonders zu beachten ist. Wichtig sei, "akute Gefahren für Kinder zu erkennen, vorzubeugen und Notfälle möglichst zu vermeiden".
Daniel Schäfner als Vater von zwei Kindern nahm mit seiner Ehefrau Katrin an dem Kurs teil. "Wichtig ist für uns beide, dass wir in einer Notfallsituation das Richtige für unsere beziehungsweise auch für andere Kinder oder auch Erwachsene tun können", sagt Daniel Schäfner und fügt an: "Natürlich wünschen wir uns, dass wir nicht in solche Situationen kommen."