Zusammen mit Brigitte Bullinger und Sieglinde Schmitt, die den Sozialdemokraten seit 25 Jahren angehören, wurde er im Deutschherrnkeller geehrt. Alle drei SPD-Bundeskanzler hat er kommen und gehen sehen, sämtliche Höhen und Tiefen mitgefeiert und mit durchlitten - und einmal eine Wette gegen CDU-Spitzenpolitiker Volker Kauder gewonnen. "Ich habe damals den Wahlkampf für unseren Kandidaten in Singen gemanagt", erinnert sich Dieter Britz, der bis 2005 in Baden-Württemberg gelebt hat. Die Organisatoren des Gegenkandidaten: Volker Kauder und dessen Bruder Siegfried. "Unser Mann lag haushoch hinten", erzählt Britz. Kurz vor der Wahl habe er Kauder getroffen und auf den Bürgermeister gewettet. Dann die Sensation: Britz und sein Kandidat holten 60 Prozent der Stimmen. "Gleich am übernächsten Tag standen die Kauder-Brüder mit zwei Kästen Bier vor meiner Haustüre."


"Graue Eminenz"

Geschichten dieser Art könnte Dieter Britz noch einige erzählen. Denn nicht nur in seiner Heimat war er für die SPD aktiv, auch nach seinem Umzug nach Münnerstadt ist er einer der bekannteren Sozialdemokraten im Landkreis. Er gehört den Vorständen des Münnerstädter Ortsvereins, des Kreisverbandes und des Unterbezirksverbandes an. Zudem hält er das Ruder des Bezirksverbandes der Arbeitsgemeinschaft 60 plus mit in der Hand und ist ein gern gesehener Delegierter bei Parteitagen.
"Dieter Britz ist aus unserer Arbeit nicht mehr wegzudenken", sagt die Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar. "Wenn man Unterstützung braucht, kann man sich immer auf ihn verlassen". In 50 Jahren habe er "ganz viele Spannungen aushalten müssen". Deshalb sei sie sehr dankbar, dass Britz "der alten Tante SPD die Treue gehalten hat". Auch Axel Knauff, der Vorsitzende des Ortsvereins und Münnerstadts dritter Bürgermeister, ist froh, einen so erfahrenen Mitstreiter an seiner Seite zu haben. "Er ist die graue Eminenz der Mürschter SPD", sagt er augenzwinkernd. "Man braucht schon einen gesunden Masochismus um so lange in der SPD zu bleiben."


Mit Brandt in die SPD eingetreten

In schweren Zeiten konnte sich Britz immer an sein Idol erinnern. "Mich hat die Politik von Willy Brandt überzeugt", erinnert er sich. "Wegen ihm bin ich in die SPD eingetreten." Seinem politischen Vorbild steht er nahe - geistig und einmal auch körperlich. "Ich bin bis auf einen Meter an ihn rangekommen", erzählt er. "Damals habe ich eine komplette Filmrolle voll geknipst, sein Plakat hängt heute noch in meinem Arbeitszimmer". Ans Aufhören denkt er nicht. "Ich habe Zeit dazu", erzählt er. "Ich brauche Beteiligung, ich kann nicht zuhause sitzen und schauen was andere machen, ich will mitmachen."