Nachdem sich der Frühling nun doch überlegt hat, Einzug zu halten, ist der Novizengarten wieder ein Besuchermagnet geworden. Besonders beliebt ist der Garten bei den Bewohnern der beiden Altenheime in unmittelbarer Nähe. Die sind den ehrenamtlichen Helfern auch sehr willkommen, weniger aber die Besucher, die nachts über den Zaun klettern, den Pavillon beschmieren und Dinge zerstören. Erst am Wochenende sind die drei jüdischen Grabsteine umgeworfen worden. Den kleinsten haben die Unbekannten auf einer steinernen Bank zerschmettert, die dabei ebenfalls zerstört wurde. Die Polizei ermittelt. Aber es gibt auch schöne Dinge: das alte Bienenhaus der Augustiner wird wieder belebt.


Gemeinsames Projekt

Das ist auch der Grund, dass jetzt überall im Garten offen blühende Pflanzen zu finden sind, die den Bienen Nahrung bieten. Die Idee, das Haus wieder zu beleben, sei beim Vorsitzenden des Imkervereins Münnerstadt und Umgebung, Dieter Schölzke, auf offene Ohren gestoßen. Zwei Völker werden zunächst angesiedelt, um alles Nötige kümmern sich die Imker. Das Beste daran: "Es ist ein gemeinsames Projekt des Kindergartens, der Imker und des Altstadtvereins", sagt Sabine Scheuble, die ja selbst viele Jahre Leiterin des Münnerstädter Kindergartens war. Die Vorschulgruppe wird ganz offiziell mit eingebunden.
Ohne es zu ahnen, haben sie Schützenhilfe von der Stadt Münnerstadt bekommen: Denn Stadtrat Dieter Petsch (Forum aktiv) hatte beim Umweltreferenten Klaus Schebler (Neue Wege) nachgefragt, ob man auf dem Lache-Acker in diesem Jahr nicht eine Blumenwiese ansäen könnte. Die Sache war schnell klar. Am Donnerstag hat Roland Dömling auf dem gesamten Acker eine einjährige Mischung ausgebracht. Die Blumen stehen dann auch den Bienen im nahen Novizengarten zur Verfügung.


Stadt erstattete Anzeige

Der Novizengarten befindet sich im Besitz des Bundesverbandes Deutscher Bestatter und ist seit vielen Jahren von der Stadt Münnerstadt gepachtet, die die Helfer vom Altstadtverein finanziell und materiell unterstützt. Weil der Kreis der Helfer immer kleiner geworden war, hatte der Altstadtverein einen Aufruf gestartet. Drei neue Helferinnen sind jetzt immer mit dabei. "Sonst hätte ich heuer auch aufgegeben", sagt Hans Petsch, der sich zusammen mit Sabine Scheuble seit Jahren um den Garten kümmert. In diesem Jahr sind bereits wieder 51 Arbeitsstunden angefallen.
Helfer und Besucher ärgern sich immer wieder über nächtliche Besucher, die über den Zaun klettern und Sachbeschädigungen begehen.
Im jüngsten Fall hat die Stadt Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch mit Sachbeschädigung gestellt. Die Polizei ermittelt. Ob rechtes Gedankengut bei der Zerstörung eines jüdischen Grabsteins eine Rolle spielt, ist noch unklar. Immer wieder finden die Helfer auch Rauschgiftutensilien. Sie bitten Passanten, die nachts Personen im Novizengarten sehen, dass sie die Polizei informieren.