In den 1960-er bis -80-er Jahren erlebte die Kolpingsfamilie Thundorf ihre Glanzzeit. Der Verein war, was Veranstaltungen betraf, weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus deshalb geschätzt und anerkannt. War einmal. Aber das Flämmchen Kolpingsfamilie brennt und leuchtet noch!
Mit der Zeit vor 40 Jahren waren viele Namen verbunden, wie die der beiden Präses und Pfarrer Felix Seufert und Oskar Pflüger. Schon in den letzten Jahre von Pflüger war jedoch ein leichter Abwärtstrend im Verein zu erkennen. Als es dann immer weiter abwärtsging, mitunter bedingt, dass andere Vereine wie die Malteser, Theatergruppe oder der Sportverein gegründet wurden und ebenfalls Interesse an der Gewinnung von Jugendlichen hatten, kam von Rosalinde Koch im Jahr 2000 die Idee eines monatlichen Treffs.


Die Idee

Um den einst blühenden Verein, der sich für Theater,- Faschings- und andere kulturelle und kirchliche Veranstaltungen im Ort verantwortlich zeigte, weiterhin am Leben zu erhalten, übernahm sie zusammen mit Wiltrud Bauernschubert und unterstützt vom damaligen Pfarrer Gerhard Hanft zunächst kommissarisch das Amt der Vorsitzenden. Rosalinde Koch: "Eigentlich hatte Wiltrud die Idee und ihr ist es vor allem auch zu verdanken, dass im September 2006 dann das monatliche Kolpingfrühstück eingeführt wurde". Zunächst herrschte Skepsis im Verein und in Thundorf, doch mit der Zeit entwickelte sich dieses Angebot als echter Volltreffer.


Orientierung an den Mitgliedern

Beim diesjährigen Kolping-Frauentag der Diözese Würzburg im Februar sagte Rosalinde Koch, die als erste Frau überhaupt im Jahr 1967 beim Kolpingwerk als 21-Jährige aufgenommen wurde, in einer Talkrunde: "Bei Veranstaltungen der Kolpingfamilie Thundorf müssen wir uns nach unseren Mitgliedern richten. Die Zahl ist kontinuierlich kleiner geworden und die Mehrzahl ist bereits im Rentenalter".


Zusammenhalt gefestigt

Zum Frühstück fuhr Koch fort: "Unser monatliches Frühstück während des Winterhalbjahres kommt bei unseren Mitgliedern sehr gut an. Es bietet die Gelegenheit zur Unterhaltung und durch die Mithilfe einiger Frauen und Männer ist es gewissermaßen eine Gemeinschaftsaktion und festigt den Zusammenhalt im Verein." Dass sie einmal das Amt der Vorsitzenden übernehmen würde, hätte sie nicht geglaubt, sagt Rosalinde heute, doch sie habe für ihre Persönlichkeit durch das Amt gewonnen. "Ich werde akzeptiert, sowohl von den Frauen als auch von Männern. Deshalb übe ich diese Funktion ganz gerne aus."


Probleme, Mitglieder zu gewinnen

Anton Bauernschubert ist heute noch aktives Mitglied und bringt das Kolpingfrühstück auf den Punkt. "Wie viele Vereine so hat auch die Kolpingfamilie Thundorf enorme Probleme, junge Mitglieder oder junge Familien dazu zu gewinnen. Diejenigen Mitglieder, die in der Blütezeit der siebziger und achtziger Jahre aktiv waren, sind längst im Seniorenalter. "Für diese bietet das monatliche Frühstück eine willkommene Gelegenheit sich zu treffen". Dass es dabei meist früher Nachmittag wird, zeige, dass die Teilnehmer das Angebot sehr zu schätzen wissen.


Eine richtige Belebung

Bauernschubert weiter: "Damit wird das Vereinsleben aufrecht erhalten und sorgt mit dafür, dass Mitglieder der Kolpingsfamilie auch bei überörtlichen Veranstaltungen des Kolpingwerkes präsent sind". Im kleinen Rahmen wurde nun der zehnte Geburtstag des Kolpingfrühstücks gefeiert. Rosalinde Koch hatte eine Geburtstagstorte gebacken, die es neben dem festlich gedeckten Frühstückstisch als besonderes Geschenk für die Teilnehmer gab. Neu im Kreis war diesmal auch der neue Pastoralreferent Christof Bärhausen. Er eröffnete die kleine Feier mit einem Segensgebet zum Erntedankfest.


Ökumene, Pastoral und Zölibat

Danach kam er gerade recht, denn die Teilnehmer hatten einige Fragen an ihn, wie zum Spektrum Ökumene, das Zölibat, die altkatholische Kirche und das neue Pastoral in Thundorf und Umgebung. Es entwickelten sich intensive Gespräche ... bis in den frühen Nachmittag.