Es ist eine bunte Schau. Authentisch, unterhaltsam, informativ. Das "Forum Cistercium" im Kloster Maria Bildhausen. Als Besucher fühlte man sich am Wochenende so richtig zurückversetzt ins Mittelalter.
Bereits am Eingang wurde man von mittelalterlich gekleideten Personen empfangen und beim Rundgang begegnete man ihnen immer wieder. Da sah man den "Bildhäuser Haufen" - 1525 im Bauernkrieg ein Zusammenschluss aufständischer Bauern und Bürger, es wurden Messer geschmiedet, Schafe gehütet, gesponnen und gewebt. Die gesamte Klosteranlage bot dazu den geeigneten Rahmen.

Eine eigene Kinderführung

Auch die Kinder waren in das mittelalterliche Leben mit einbezogen, einerseits als Darsteller, andererseits mit einer eigenen Kinderführung. Natürlich hatte sich Heike Waldvogel dazu in mittelalterliche Gewänder gekleidet und wusste viel von der Zeit, in der das Kloster entstanden ist, zu erzählen. Anhand eines Holzbaukastens ließen die Kinder dann eine Klosteranlage entstehen, in deren Mittelpunkt zunächst das Gotteshaus, dann die Gebäude und schließlich auch Stallungen und Unterkünfte standen. So erfuhren die Kinder, dass hier einst Zisterzienser zu Hause waren, hier Mönche und Schwestern lebten, die ein schlichtes Gewand trugen.

Das Leben im Kloster

Als die Pastoralreferentin berichtete, dass die Mönche und Schwestern früh oder gar nachts aufstanden, um zu beten, war vielen Kindern klar: "Das würde ich nicht machen.... das wäre nichts ... Nachts will ich schlafen." Na ja, schmunzelte Heike Waldvogel, "wenn du dich von Gott berufen fühlst, denkst Du vielleicht anders."
Doch nicht nur für Kinder, sondern für die ganze Familie bot Maria Bildhausen am Wochenende einiges. Man konnte beispielsweise zusehen, wie ein Kettenhemd entsteht, und man konnte ein richtiges Schwert in der Hand nehmen. Die Händler und Schausteller waren gerne bereit, immer wieder Auskunft zu geben, zu erklären oder Interessierte ans Spinnrad zu lassen, oder in die Arbeit des Schmiedens mit einzubinden.
Das Kloster Maria Bildhausen war für die Veranstaltung einfach der richtige Ort, denn gerade im Mittelalter hatten Klöster wie das in Maria Bildhausen ihre intensivste und prägendste Zeit. Genau diese Epoche soll beim "Forum Cistercium" lebendig werden. "Cistercium" ist der lateinische Name von Citeaux, dem Stammkloster der Zisterzienser 24 Kilometer südlich von Dijon in Burgund. Von ihm leitet sich der Name Zisterzienser ab, die in Bildhausen wirkten. An all das wurde mit diesem mittelalterlichen Markttreiben erinnert.

Feuershow begeisterte

Am Samstag gab es einen "etwas anderen Gottesdienst", der sich thematisch mit dem Leben im Mittelalter und heute beschäftigte. Mit Einbruch der Dunkelheit gab es Musik am Lagerfeuer und eine Feuershow mit dem "Würzburger Greifenpack". Dazu wurde ein Nachtrundgang angeboten. Das mittelalterliche Treiben wurde gestern bis 19 Uhr fortgesetzt, das gute Wetter lockte viele Besucher in den Münnerstädter Stadtteil.
Das Kloster war im Mittelalter prägend für den gesamten Grabfeldgau, weit darüber hinaus war es bekannt, bis hinein in die damals arme Rhön. Hermann von Stahleck, ein Pfalzgraf vom Rhein, hat im Jahr 1156 die zu einer Klostergründung notwendigen Ländereien gestiftet. 1158 kamen Zisterziensermönche aus Ebrach (Steigerwald) nach Bildhausen, bis 1525 hatte das Kloster eine erste Blütezeit, gekennzeichnet von Erwerbungen und Schenkungen. Der Bauernkrieg (1525), Markgräfler Krieg (1546/47) und der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) hinterließen im Kloster schwere Schäden. Die Säkularisation bedeutete im Jahr 1803 dann das Aus für das Kloster, es wurde aufgelöst.

Seit 1929 Behinderteneinrichtung

Im Jahr 1897 erwarb Dominikus Ringeisen die Klosteranlage und legte den Grundstein für die Behinderteneinrichtung (seit 1929), die bis heute hier untergebracht ist.