Der Interkulturelle Tag des Schweinfurter Oberlandes in Thundorf richtete den Blick mit seinem vielseitigen Programm auf den Reichtum anderer Kulturen. Wie bei vielen Veranstaltungen, so kam auch das Flüchtlingsthema zur Sprache. Die Allianz "Schweinfurter Oberland" lud auch unter diesem Gesichtspunkt ein.


Wurzeln und Heimatländer

Einige hundert Einwohner in der Region, so eine Aufzeichnung, stammen aus den unterschiedlichsten Ländern, sei es aus Europa, Asien, Afrika oder Amerika. Diese außergewöhnliche kulturelle Vielfalt und Reichhaltigkeit gilt es zu entdecken. Jährlich rotierend, findet diese Veranstaltung in einer anderen Gemeinde des Schweinfurter Oberlandes statt, um die Wurzeln und Heimatländer der Zuzügler der Bürgern vor Ort näherzubringen.

Der fünfte Interkulturelle Tag fand in diesem Jahr in der Sprechergemeinde Thundorf statt, Bürgermeister Egon Klöffel stellte zum einen die Gemeinde, und zum anderen die Wichtigkeit dieser Veranstaltung heraus. "Es ist für Thundorf eine Ehre, Ausrichter dieser Veranstaltung zu ein", so Klöffel. Zu jeder vollen Stunde wurden auf der Bühne in der neuen Festhalle Beiträge, Vorträge, Gesangsdarbietungen und weitere Aktionen mit Herz und Schwung geboten.


Wanderausstellung

Was es heißt, die Heimat zu verlassen und in einer zweiten Heimat sesshaft zu werden, das präsentierte die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mit ihrer Wanderausstellung "Deutsche aus Russland - Geschichte und Gegenwart". Anna Ebel, zeigte in ihrem Vortrag "Durch Wälder und Täler zweier Kontinente" das Leben ihres Mannes auf, und zusammen mit Albina Baumann stellten beide das wechselvolle Schicksal der Russlanddeutschen vor.

Trommelrhythmen, Indianische Gesänge und Tanzeinheiten, mit diesen typisch indianischen Traditionen brachten Johnny Scott (53) und seine Tochter Christin-Shelley Scott (22) ein Stück altes Amerika nach Thundorf. Scott vermittelte viele kulturelle Eindrücke, sowohl aus dem Stamm der Picuris Apachen im US-Bundesstaat New-Mexico, aus dem Johnny Scott stammt, als auch aus anderen Indianerstämmen. In Thundorf ist der Apache bestens bekannt, wohnte er und seine Familie neuneinhalb Jahre hier.

Wie wichtig eine solche Veranstaltung in der heutigen Zeit ist, wo Ängste angesichts des Reichtums anderer Kulturen abgebaut werden, wurde den Kindern und auch Erwachsenen im Pfarrheim durch buddhistische Meditationen dargeboten. Michael Holzhofer tauchte dabei in ganz andere Welten ein, während Lisa Zimmermann aus Sulzdorf einen Filmbeitrag Indien vorstellte. Ein weiterer Film mit dem Titel "Tanz mit mir" wurde von Albina Baumann als fiktive Dokumentation angesagt. Es war einerseits ein Liebes- und andererseits ein Heimatfilm mit einem Dreipersonenhaushalt, der die Indikation der Russen in Deutschland widerspiegelt.

Wie bereits in den Vorjahren schon dabei, sang der Chor "Injili" aus Wetzhausen kirchliche Lieder, begleitet auf Suaheli mit Trommeln und Rasseln. Der Chor wurde 2004 von Pfarrer Mwanga Ole Ndoponoi und seiner Ehefrau Jennifer, die damals in Oberlauringen waren, gegründet. Den Blick über die französische Grenze öffnete das Partnerkomitee Maßbach-Cingal, das den französischen Ort in der Normandie vorstellte. Es wirkte auch das "Kinderhaus Unterm Regenbogen" Thundorf mit einem Tanz und Liedbeitrag mit. Im Kindergarten wurde ein Kinderprogramm, mit Märchenerzählungen von Lydia Balandin, Mandals und Orgami durch Kristina Hafenrichter, Kinderschminken mit Felicita Buttler und Dartspiele, angeboten. Brigitte Stich ging auf "Friedrich Rückert", der im nahen Oberlauringen einst gewohnt hat, ein.


Rückert international

Von Rückert war auch das Gedicht "Rumi", das von Kristina Hafenrichten in deutsch, Albina Baumann in russisch und von Monika Fichtner in ungarisch vorgetragen wurde. Auch das Essensangebot war international und vielfältig.