"Baubeginn ist wohl im Mai. Im Dezember wollen wir, wenn das Wetter mitmacht, fertig sein" betont Jürgen Dobler, im Landratsamt zuständig für die Kreisstraßen. Der Landkreis will im neuen Jahr die vielfach geflickte Kreisstraße KG 11 durch Seubrigshausen erneuern, und die Stadt Münnerstadt gestaltet gleichzeitig den zentralen St.-Kiliansplatz um.
Bei der Bürgerversammlung am Montag, drei Jahre nach der Vorlage der ersten Vorentwürfe, ging es nochmals um zentrale Fragen wie die Anliegerbeiträge, die den Grundstückseigentümern natürlich keine Freude bereiten oder um die Beläge der Gehwege und den Standort des Schmerzensmannes. Das Interesse der Bevölkerung an der Ortsdurchfahrt ist nach wie vor groß, rund 80 Bürger waren ins Sportheim gekommen und hörten nicht nur zu, sondern diskutierten auch eifrig mit.


Pflaster oder Asphalt?

Eine der wichtigen Fragen ist zum Beispiel, ob für die Gehwege Pflaster oder Asphalt verwendet werden soll. Pflaster kostet 35 Euro pro Quadratmeter, Asphalt nur 28. Pflaster hat den Vorteil, betonte Bürgermeister Helmut Blank, dass man nach Reparaturarbeiten oder nachträglichen Kabelverlegungen nichts mehr davon sieht. Bei Asphalt jedoch gebe es unschöne Stellen und Kanten, die später aufbrechen. "Pflaster ist langlebiger, das haben wir in 50 Jahren auch noch, dass wertet die Ortsdurchfahrt auf" meinte dazu Jürgen Dobler. "Mit Teer sieht das aus wie früher. Mit Pflaster wird das wunderschön" ergänzte eine Bürgerin und bekam dafür viel Beifall. Schließlich wurde abgestimmt. Für Teer auf den Gehwegen entschieden sich 21 Anwesende, für Pflaster allerdings doppelt so viele. Bürgermeister Blank will nun dem Stadtrat in der Sitzung am 16. Januar 2017 einen entsprechenden Vorschlag machen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Gremiums wird die Stadt die Differenz zwischen den Kosten für Asphalt und Pflaster, also sieben Euro pro Quadratmeter, übernehmen.
Auch das Pflaster, das verwendet werden soll, wählten die Teilnehmer an der Bürgerversammlung aus. Entsprechende Muster konnten schon einige Zeit auf dem St.Kiliansplatz besichtigt werden. Valtin Dietz (Büro für Freiraumplanung Dietz und Partner in Elfershausen) stellte zwei geeignete Belege. Die Bürger entschieden sich mit großer Mehrheit für einen hellen Belag in Muschelkalk-Optik. "Das sind die besten, auch wegen der Glätte" kommentierte Jürgen Dobler die Entscheidung. Dieses Pflaster soll sowohl für die Gehwege der Ortsdurchfahrt als auch für den St. Kiliansplatz verwendet werden. "Alles andere wäre ein Schildbürgerstreich" meinte dazu Bürgermeister Blank.


Anlieger müssen Anteil zahlen

Bei den Gehwegen gehen 45 Prozent der Kosten zulasten der Stadt, 55 Prozent müssen die Anlieger tragen. Die Mehrkosten zwischen Pflaster und Teer gehen wie erwähnt zulasten der Stadt, wenn der Stadtrat zustimmt. Für die Anliegerstraßen am St. Kiliansplatz werden die Anlieger entsprechend der geltenden Beitragssatzung der Stadt um einiges mehr zahlen müssen. Damit sind allerdings nicht alle einverstanden. Ignaz Schneider, Mitglied einer Erbengemeinschaft eines Anwesens am St. Kiliansplatz, kritisierte vehement sowohl die Ausbaupläne als auch die Höhe der Anliegergebühren. Für dieses Anwesen, das einen Wert von etwa 50 000 Euro habe, würden dann etwa 21 000 Euro Straßenausbaubeitrag fällig - "das steht in keinem Verhältnis zum Wert unseres alten Bauernhofs". Er schlug die Anwendung eines neuen Gesetzes vor, das die Bildung von "Töpfen" möglich mache. In diese würden dann alle Bürger eines Stadtteils einzahlen und daraus würden die Anliegerkosten bezahlt. Damit werde vermieden, dass die Umgestaltung des Dorfplatzes nur von den Anliegern bezahlt werden müsse, "dann trifft es den Einzelnen nicht so stark."
Bürgermeister Blank ist gegen eine derartige Lösung, "das geht nicht, dann werden die benachteiligt, die im Neubaugebiet ordnungsgemäß ihre Anliegerbeiträge bezahlt haben. Dann müssten wir elf einzelne Töpfe in den Ortsteilen und vier in der Kernstadt bilden."
Auch mit der Gestaltung des Platzes ist Ignaz Schneider nicht glücklich, wie er in der Bürgerversammlung deutlich machte. Der gesamte Platz solle nun nach den Notwendigkeiten einer Buslinie und nicht nach den Bedürfnissen der Anlieger gestaltet werden. "Alle beschriebenen Maßnahmen um den Platz mögen sinnvoll seien für das Dorf und seine Bewohner insgesamt, aber nicht für die Anlieger. Diese müssen nur Nachteile in Kauf nehmen und sollen auch noch 80 Prozent der umlagefähigen Aufwendungen bezahlen", zitierte er aus einem Brief, den er im Juni an den Stadtrat geschickt hatte.
"Jeder Anteil, der bei Ihnen reduziert wird, geht auf Kosten der Stadt. Wir brauchen Gleichbehandlung aller Stadtteile", betonte der Bürgermeister. Auch bei der Gestaltung der Dorfplätze in anderen Stadtteilen seien die Bewohner entsprechend den Vorschriften belastet worden.


Wettbewerb entscheidet

Der Standort des Schmerzensmannes ist und bleibt etwas umstritten. Die Pläne, die der Stadtrat schon im Juli gutgeheißen hatte, sehen vor, dass er näher an die Kirche gerückt und nachts angestrahlt wird. Daran wird sich wohl nichts mehr ändern, denn die Genehmigung des Landesamtes für Denkmalpflege liegt vor. Der neue Dorfplatz soll auch einen Brunnen bekommen. Für die Gestaltung wird es einen Wettbewerb geben.