Kennen Sie noch den 40 Jahre alten Gassenhauer "ich fahr' so gerne Rad" von Peter Petrel? Oder erinnern Sie sich an den noch ein paar Jahre älteren Ohrwurm "Ja, mir san mit'm Radl da". Egal, beim siebten Fahrradtag in Maria Bildhausen wird unweigerlich an beide erinnert. Eine große Zahl von Radlern jeden Alters aus Münnerstadt und umliegender Gemeinden war ins Kloster gekommen.

Sie nahmen in ihrer Radler-kluft am Gottesdienst unter freiem Himmel teil, den Pater Gottfried Scheer SAC, seit fast vier Jahren der Hausgeistliche von Maria Bildhausen, vor der Bildhäuser Scheune zelebrierte. Er segnete anschließend auch die zahlreichen Räder, vom Kinderfahrrad über E-Bikes bis zu ganz normalen Drahteseln.
Natürlich waren auch viele Wanderer und Autofahrer an diesem wunderschönen Morgen zum Gottesdienst und zum anschließenden Frühschoppen ins Kloster gekommen. Dazu konnte Gesamtleiter Rainer Waldvogel die Musikkapelle aus Krumbach (Schwaben) mit ihrem Dirigenten Lukas Weiß und dem Vorsitzenden Thomas Schmidt an der Spitze begrüßen. Der Ort liegt nur etwa sieben Kilometer von Kloster Ursberg, dem Mutterhaus der St. Josefskongregation entfernt.

Waldvogel pflegt gute Kontakte zum Vorstand des Musikvereins von seiner früheren Tätigkeit im dortigen Dominikus-Ringeisen-Werk her, das auch in Maria Bildhausen Träger der Behinderten-Einrichtung ist. Deshalb entschlossen sich die Musiker jetzt auch, ihren Jahresausflug ins knapp 300 Kilometer entfernte Kloster Maria Bildhausen zu machen. "Die ganze Anlage und das Kloster sind wirklich toll, unser Ausflug hat sich gelohnt", freute sich einer der Musiker. Aber auch die Zuhörer waren begeistert. Denn die Musiker aus Krumbach in ihren schicken Trachten bekamen immer wieder Beifall und viel Lob.


Stimmung und Schwung

Auch die Bildhäuser Blechtrommler, eine Gruppe musikalisch begabter Bewohner des Klosterkomplexes, waren wieder mit von der Partie. Sie sorgten bei ihrem Auftritt nicht nur für Lautstärke, sondern auch für viel Stimmung und Schwung. Selbstverständlich bekamen auch sie viel verdienten Beifall.

Auch Fachfirmen präsentierten sich beim Fahrradtag. Viele Radler und solche, die es erst noch werden wollten, nutzten die Gelegenheit, einmal eine Probefahrt mit einem normalen Fahrrad oder mit einem E-Bike zu machen und sich ausführlich beraten zu lassen.

Polizeihauptmeister Matthias Kleren, seit zehn Jahren als Verkehrserzieher an den Schulen bekannt, hatte am Stand der Kreisverkehrswacht und der mobilen Verkehrsschule des Landkreises Bad Kissingen viel zu tun. "Fahr Rad, aber sicher", hieß es hier - so lautet das Motto einer bundesweiten Aktion der Deutschen Verkehrswacht. Immer wieder wies er in den vielen Gesprächen darauf hin, dass ein geeigneter Fahrradhelm heute zur Grundausstattung jedes Radlers gehören sollte. Er gab auch Tipps, welche Beleuchtung und welche Rückstrahler in welcher Farbe ein Rad braucht, und wie man es gegen Diebstahl sichern kann.


Rad und Promille

Trotz richtig eingestellter Rückspiegel können Lastwagenfahrer beim Abbiegen durch den "toten Winkel" Fußgänger und Radler übersehen und gefährden. Auch das wurde hier eindrücklich demonstriert. Schließlich konnten Radler auch fühlen, wie es sich mit Promille fährt. Matthias Kleren schenkte dazu natürlich keinen Schnaps oder Bier aus, sondern sie bekamen Rausch-Brillen aufgesetzt, die ihre Sehfähigkeit beeinträchtigten, und strampelten dann auf einem aufgebockten Rad.

Auch Kunst- und Kulturinteressierte kamen beim Fahrradtag in Maria Bildhausen auf ihre Kosten. Für alle, die mehr über die Historie und Gegenwart der einstigen Franziskanerabtei erfahren wollten, gab es eine historische Führung durch die Klosteranlagen. In der Mühle wurde eine sehenswerte Ausstellung mit Kunstwerken von Heinz Altschäffel, Margit Aumiller, Walter Graf, Kurt Grimm, Walter Kleinlein, Thomas Pfarr, Linde Unrein und der Malgruppe Maria Bildhausen eröffnet. Sie ist bis zum 25. Juni mittwochs bis samstags, von 13 bis 16 Uhr, sowie sonntags und an Feiertagen, von 11 bis 17 Uhr, geöffnet.