Circa 30 Stunden Frohsinn bietet die Theatergruppe bei zehn Aufführungen den insgesamt rund 1500 Besuchern in der immer ausverkauften neuen Festhalle. Längst hat die Laienspielgruppe ein Stammpublikum, das sich alle Jahre auf den Weg nach Thundorf macht. Nicht nur aus dem näheren Umkreis kommen die Besucher, mittlerweile wollen auch Theaterfreunde aus der Region um Würzburg und Bamberg die Thundorfer sehen. Es war in diesem Jahr schwierig, ein geeignetes Stück zu finden, weil möglichst alle Laienspieler eine Rolle bekommen sollen. Nach langem Probelesen fiel die Wahl auf drei Einakter. Trotzdem mussten mit Matthias Geier, Sabrina Bieber und Michael Weigand drei aktive Spieler heuer (freiwillig) aussetzen.
Einer, der 1980/ 81 seine Premiere auf der Thundorfer Theaterbühne im Stück "Der Lätschi und sei zwei Spezi`s" feierte, ist Alfons Braun. Bis heute, nach ununterbrochenen 35 Jahren, ist der "Fonser" noch immer eine Größe und nicht wegzudenken aus dem Esemble. "Trotz der langen Zeit, die ich schon auf der Bühne stehe, macht es mir immer noch Spaß, und ich denke noch lange nicht ans aufhören", sagt Braun und fügt an: "Es freut mich, mit dieser pfundigen und kameradschaftlichen Truppe alle Jahre zusammenzuarbeiten." Das gilt auch für den Nachwuchs, "der voll mitzieht". Zu diesem Nachwuchs zählt auch der Sohn von Alfons Braun. Marius steht zum dritten Mal auf der Theaterbühne und ist damit in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Der Vater wiederum ist durch seine längst verstorbene Mutter Anna "erblich vorbelastet".

Schöne Erlebnisse

Seit 2000 organisiert Alfons Braun zusammen mit Ehefrau Gerlinde mit Erfolg und Organisationstalent den Vorverkauf. Auf die Frage, welche Rolle ihm am besten gefiel, sagt er: "Als Hausmeister, der sich von der Arbeit drückt." In dieser Rolle hatte er auch eines seiner schönsten Erlebnisse. Als sich bei einer Aufführung zwei Spieler auf eine Bank setzten und dabei ein Stück dieser Gartenbank brach, ging er, ohne dass es zum Stück gehörte, einfach mit seinem Werkzeugkoffer auf die Bühne und reparierte den Schaden. In der folgenden Aufführung warteten die Besucher vergebens auf diese Szene. Der 58-Jährige verkörperte schon die Rollen als Opa, Gastwirt à la Küppers, Ehemann, Messner, Postbote oder Gemeindediener.
In diesem Jahr spielt Alfons Braun im Einakter "Die Einladung" an der Seite seiner resoluten Ehefrau Carola (Edith Müller). Carola und Sandra (Gudrun Göbel), die Frau von Martin (Jürgen Schleier) stehen gegenseitig im Wettbewerb, welche der beiden Frauen den größeren Pantoffelhelden zu Hause hat. Als dann den beiden Männern klar wird, dass sie von ihren Frauen eine lächerliche Komödie vorgespielt bekommen und manipuliert werden, drehen sie den Spieß um. Und ihre Frauen haben das Nachsehen - und die Zuschauer ihren Spaß.

Wenigstens 10 000 Euro übrig

Wie Alfons Braun im ersten Dreiakter, so drückt Publikumsliebling Harald Papp als Frührentner Stefan dem Stück "Die wundersame Wandlung" seinen Stempel auf. Er geht seiner Familie auf die Nerven, und auch von einer Urlaubsreise will er nichts wissen. Am Schluss bleiben von dem 100 000 Euro-Erbe wenigstens noch 10 000 Euro, die ihm der richtige Notar Walter Eberle (Peter Göbel) überbringt. Der Urlaub ist gesichert, der Hausfrieden wieder hergestellt.
Im dritten Stück "Der Fehltritt des Herrn Blümchen" geht es um den Seitensprung von Heinrich (Ansgar Gessner) mit seinem Kurschatten Emma (Edith Müller) in Bad Wörishofen. 22 Jahre zahlte er treu und brav monatlich 300 Euro Alimente. Als eines Tages Tochter Ilse (Linda Halbig) ihren Freund Waldemar (Simon Gessner) vorstellt, kommt zutage, dass er der Sohn von Heinrich ist - so dachte dieser jedenfalls. Er wollte deshalb die Verlobung mit seiner Tochter unter allen Umständen verhindern, bis sich schließlich herausstellt, dass Waldemar gar nicht der leibliche Sohn ist. Am Schluss sind alle wieder zufrieden ... und Heinrich hatte kein schlechtes Gewissen mehr.
Zwei Besucherinnen vom Seniorenheim Marienstift Schweinfurt, die mit einer Bus-gruppe angereist waren, meinten: "Wir haben schon gehört, dass die Thundorfer so gut Theater spielen, heute konnten wir uns persönlich von der Klasse überzeugen. Auch der Dialekt und die Bühnenausstattung sind fantastisch." Auch Gerhard Kamusin aus Madenhausen war zufrieden: "Ich besuche das Theater in Thundorf schon seit 25 Jahren. Immer wieder glänzen die Laiendarsteller mit ihrem schauspielerischem Können. Wenn Harald Papp die Bühne betritt, ist Lachen angesagt." Das Theater in Thundorf könne man nicht beschreiben, "man muss es erleben".

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