Da strahlte die evangelische Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf, als ihr Manfred Riedl von der Glücksspirale gemeinsam mit Martin Kuchler von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz einen symbolischen Scheck in Höhe von 20 000 Euro überreichten. Das Geld ist zweckgebunden für die Sanierung des Irmelshausener Kirchturms bestimmt. Dafür sind rund 1,2 Millionen Euro veranschlagt.

100 000 Euro muss die Kirchengemeinde Irmelshausen aus Eigenmitteln aufbringen. Allerdings sind 80 000 Euro Eigenmittel vorhanden, so Beate Hofmann-Landgraf. Zufrieden ist sie auch mit den sogenannten "Drittmitteln", also den weiteren Zuschüssen der verschiedenen Institutionen und der Landeskirche, die einen Löwenanteil trägt.

Diplom-Wirtschaftsingenieur Martin Kuchler vom Kuratorium Deutsche Stiftung Denkmalschutz sagte, dass dies die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland sei. Sie setze sich bundesweit für den Erhalt bedrohter Baudenkmale aller Arten ein. Dies gehe von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale über Jugendprojekte bis hin zum "Tag des offenen Denkmals". Rund 400 Projekte fördere die Stiftung jedes Jahr, vor allem dank der Spenden von mehr als 200 000 Förderern.

Vor Ort habe die Stiftung sogenannte ehrenamtlich arbeitende Ortskuratorien, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bei vielen Gelegenheiten repräsentieren. Sie leisteten auf diese Weise Öffentlichkeitsarbeit für den Erhalt des baulichen Erbes. Eines der insgesamt 80 Ortskuratorien leitet Martin Kuchler aus Münnerstadt. Er hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz auf das Sanierungsprojekt in Irmelshausen aufmerksam gemacht.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nennt denn auch die historische Kirche St. Jakobus, die der Ortsmittelpunkt der Gemeinde ist, als besonders förderwürdig. Erwähnt werden die wertvollen Epithaphien der Patronatsherrn von Bibra und der Kreuzigungsaltar. Auf dessen Rückseite ist ein Marienbild zu sehen, das vermutlich um 1290 gemalt wurde und aus der ersten Kapelle stammen dürfte.

Die St. Jakobuskirche verfügt außerdem über eine denkmalgeschützte Orgel und über die wohl ältesten bemalten Holztafeln des gesamten Rhön-Grabfeld-Kreises.

1972 wurde die Glücksspirale als Unterstützer und zur Mitfinanzierung der Olympischen Spiele in München gegründet. "Mittlerweile gehört sie zu einer der größten Wohlfahrtslotterien der Welt", so Manfred Riedl. Seit dieser Zeit wurden mehr als 1,5 Milliarden Euro der Allgemeinheit für wohltätige Zwecke bereit gestellt. Dazu gehörten Wohlfahrt, Sport, Naturschutz und eben auch die Denkmalpflege. Allein 400 Millionen Euro flossen in den vergangenen Jahren in den Denkmalschutz.



Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf erwähnte auch die Gemeinde Höchheim und den
Landkreis Rhön-Grabfeld, die beide je 35 000 Euro beigesteuert haben. Die Bayerische Landesstiftung unterstützt das Projekt mit 63 000 Euro, das Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege mit 20 000 Euro, die Stiftung Ki-Ba mit 15 000 Euro, aus dem Denkmalschutz Sonderprogramm VI kommen 300 000 Euro, das Evangelische Dekanat ist mit 10 000 Euro dabei und die Bedarfszuweisung der evangelischen Landeskirche pendelt sich bei rund 636 000 Euro ein. Nun kommen noch die 20 000 Euro der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Glücks-Spirale dazu. Natürlich führte die Pfarrerin dann noch durch das historische Gotteshaus und gab Informationen über das Irmelshäuser Kleinod.