Im Landkreis Bad Kissingen werden zum Beginn des zweiten Schulhalbjahres vorbereitende Sprachkurse für Flüchtlinge angeboten, die die Grund- und Mittelschulen besuchen. Dafür hat die unterfränkische Regierung pensionierte Lehrer angeworben, die nun vorübergehend als Honorarkräfte eingestellt sind. Die Gelder dafür stammen aus einer Aufstockung des Bildungsbudgets im Nachtragshaushalt des Freistaats für das Jahr 2016.


Sieben Lehrer für drei Kurse

Im Landkreis Bad Kissingen werden sieben pensionierte Lehrer zunächst für das restliche Schuljahr auf Honorarbasis angestellt. Sie bieten Kurse zwischen 20 und 35 Wochenstunden an. Die Lehkräfte sind bereit, das Geld ist aber noch nicht angekommen. "Sobald das da ist, können wir loslegen", sagt der Schulamtsleiter des Landkreises, Josef Hammerl. In welchen Städten des Landkreises die Kurse stattfinden, wird derzeit aber noch verhandelt. Hammerl freue sich sehr über die Bereitschaft seiner pensionierten Kollegen, erneut Unterricht zu geben. Um diese in ihrem Ruhestand nicht zu stark zu belasten, habe man Lehrer angestellt, die auch im Landkreis wohnen.


Eine Stelle kann viel helfen

Auch Wolfgang Wittmann, Schulleiter der Volksschule in Maßbach, lobt das Engagement der Lehrer: "Wer nach 45 Jahren den Ruhestand wählt, hat eigentlich schon genug getan." Wittmann hofft auf eine Einführungsklasse in Münnerstadt. Dort könnten auch Flüchtlingskinder, die in Maßbach zur Schule gehen werden, den Kurs besuchen. "Mit einer Stelle wäre uns schon sehr geholfen", sagt Wittmann.

Der Freistaat Bayern hat im Nachtragshaushalt 2016 insgesamt 160 Millionen Euro für Bildungsmaßnahmen von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Davon wurden rund 1000 Planstellen geschaffen.


Flexible Maßnahmen

Zusätzlich werden für 10 Millionen Euro flexible Bildungsmaßnahmen wie die Honararkräfte im Landkreis finanziert. Wenn Bedarf besteht und die Lehrer sich bereit erklären, können sie auch zur weiteren Begleitung und Integration der Kinder eingesetzt werden. "Da sich die Zahl der schulpflichtigen Asylbewerber ständig ändert und die Familien auch zwischen den Landkreisen wandern, ist es das wichtigste, dass wir mit dem Budget flexibel bleiben", sagt Ludwig Unger, Pressesprecher des bayerischen Kultusministeriums. Für den Beginn des nächsten Schuljahres rechnet Unger mit höheren Zahlen - und einer weiteren Aufstockung. mak