Leise tickt es im großen Ausstellungsraum im zweiten Obergeschoss im Haus der Schwarzen Berge in Oberbach. Wer die Ankündigung im Eingangsbereich übersehen hat, wird irritiert sein. Denn erst auf den zweiten Blick entdeckt er den Grund des Tickens: Uh ren, die in ein kleines Gesamtkunstwerk eingebaut sind - phanta-sievoll, facettenreich und farbig.
Harmonisch mit viel Sinn für Details und besondere Extras sind sie aus den verschiedensten Materialien zusammengefügt. Keine gleicht der anderen. Heiter und skurril sind auch sämtliche andere Objekte, die Max Götz aus Heustreu in Oberbach zeigt. "Seit etwa fünf Jahren habe ich mir das mit den Uhren erarbeitet", sagt der Künstler. "Ich wollte einfach etwas machen, das schön ist - aber mit praktischem Hintergrund."
Seine Uhren haben Alleinstellungswert. Der Besucher wird kaum etwas Vergleichbares finden. Und sie sind nicht dazu geeignet, sie einfach irgendwie zwischen Bild und Schrankwand hineinzuquetschen. Sie sind erstaunliche, kunstvolle Gebilde, die Raum um sich brauchen, um wirken und sich entfalten zu können.
Manche Arbeiten von Max Götz erinnern ein bisschen an Friedensreich Hundertwasser, andere an Paul Klee. Sie sind jedoch weder Abklatsch, noch Nachahmung. Hier spielt der Künstler mit Fundstücken aus der Natur, mit Stein, Holz, Draht, Metall, mit Perlen, Schnüren und Stoffen - und das sehr gekonnt in seiner eigenen künstlerischen Sprache.
Die teils ausgefaserte Scheibe eines Baumstammes, beim Fällen übrig geblieben, verwandelte Götz in die Skyline einer Großstadt. Bizarre Äste oder Wurzeln interpretiert der Künstler aus Heustreu neu, Naturstein, Holz und Metall gehen bei Max Götz harmonische Verbindungen ein und werden so zum eindrucksvollen Kunstobjekt.
Der Künstler, 65 Jahre, ist gelernter Großhandelskaufmann. "Meine große Liebe aber galt schon immer den Musen", sagt er und lächelt. "Kreatives Schaffen und die Musik: In den Jahren meines Berufslebens waren sie das Ventil zum Stressabbau und der Ausgleich zur Arbeitswelt." Im Laufe der Jahre aber wurden sie immer stärker ein fester Bestandteil seines Lebens, erzählt Max Götz.
Seine Kreativität sei nicht auf Vorgaben festgelegt. Ideen scheinen ihm zuzufliegen. Das notwendige, vor allem auch handwerkliche Können brachte er sich selbst bei. Die Quarz-Uhrwerke bezieht Götz aus dem Schwarzwald - "da bin ich eigen, die kommen nicht aus Fernost". "Derzeit probiere ich Plastiken aus, die ich aus einer bestimmten Formmasse gestalte", ergänzt der 65-Jährige - wie eine Tischlampe im ganz und gar eigenwilligen Stil des Max Götz. Seine Werke wurden schon in Würzburg und München gezeigt, zuletzt im "Hundertwasser"-Weingut in Untereisenheim.

Die Ausstellung von Max Götz ist bis März 2013 im Informationszentrum "Haus der Schwarzen Berge" in Oberbach zu sehen. Im Winter ist die Einrichtung von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.