in beträchtlicher Teil der Steine, die für die Neugestaltung des Maßbacher Marktplatzes geliefert worden sind, kann nicht verwendet werden. Das hat eine Begutachtung am Dienstag ergeben. Bürgermeister Johannes Wegner spricht von einem "Trauerspiel".

Die aus China angelieferten Baustoffe könnten nur zum Teil eingebaut werden, erläutert Wegner auf Anfrage. Mit dem verwendbaren Material soll jetzt der Bereich um die Krone und der Bushaltestelle gepflastert werden. Die Großsteine für die geplanten Sitzstufen und den Wasserlauf am Marktplatz dagegen sind so schadhaft, das Ersatz beschafft werden muss. "Das geht gar nicht", sagt Johannes Wegner zum gelieferten Material. Die Ware sei nicht nur beschädigt, sondern teilweise vom Hersteller sogar "komplett falsch gefertigt", erläutert Wegner.

Von einem Vertreter des Baustoffhändlers habe man in der Besprechung die Auskunft erhalten, dass es normalerweise gute Erfahrungen mit den Produkten aus China gibt, betonte Wegner auf Anfrage. Das bestätigt Kathrin Will (Pressesprecherin der Saint-Gobain Building Distribution Deutschland, dem Mutterkonzern des Baustoffhändlers Raab und Karcher). Auf dem asiatischen Markt habe man feste Handelspartner, deren Unternehmen zertifiziert seien. Auch würden regelmäßig Qualitätskontrollen durchgeführt. Zum Fall Maßbach meinte sie, dass das Unternehmen alles versuche, eine schnelle Lösung herbeizuführen. Das zeige auch die Tatsache, dass ein Unternehmensvertreter am Dienstag postwendend nach Maßbach gereist sei. Noch nicht nachvollziehbar sei aktuell, wie der Schaden zustande gekommen ist.

Lieferung in rund zehn Wochen

Klar wurde am Dienstag, dass der Termin für die Fertigstellung des Marktplatzes weit nach hinten geschoben werden muss. Denn jetzt muss erst einmal neuer Stein aus China bestellt werden. Johannes Wegner hat die Auskunft erhalten, dass in rund zehn Wochen mit der neuen Lieferung zu rechnen ist.

Damit ist auch klar, dass die Einweihung, die letzte Woche auf den 3. November festgesetzt worden war, nochmals nach hinten verschoben werden muss. Bürgermeister Johannes Wegner wagt zudem auch keine Prognose mehr, ob die Marktplatzgestaltung überhaupt in diesem Jahr abgeschlossen werden kann. Denn wenn die Steine eintreffen, müsse man auch schon bald mit winterlichem Wetter rechnen.

Der Marktsonntag könne dennoch abgehalten werden, versichert Wegner. Auch die Abschlussveranstaltung "wunderbar/ wanderbar der kommunalen Allianz werde es geben, "leider nicht am Marktplatz", so Wegner. Trotz der langen Lieferfristen aufgrund der weiten Transportwege hat sich Johannes Wegner auf Anraten des Baustoffhändlers überzeugen lassen, dass es sinnvoller ist, den Ersatz erneut aus China kommen zu lassen. Das liege vor allem daran, dass chinesischer Granit eine andere Farbe hat als europäischer, so Wegner. Würde der Stein jetzt aus Portugal bestellt, müsste man mit erheblichen Farbunterschieden im Vergleich zu den bereits verlegten Pflastersteinen rechnen. Das will Wegner vermeiden, zumal auch die Lieferung aus Portugal rund sechs Wochen auf sich warten ließe. Johannes Wegner stinkt die erneute Verzögerung gewaltig. Die hält er aber immer noch für sinnvoller, als schadhaftes Material einzubauen.