Es ist Dienstagabend. Licht brennt im Pfarrheim. Seit Wochen schon. Immer wieder sind Lieder zu hören, unterbrochen vom Geschnatter und Gelächter. Verursacht werden die doch recht ungewöhnlichen Töne von den Sängern, den Mitgliedern der Sängervereinigung Burkardroth. Sie sind allesamt echte Faschingsnarren und bereiten sich schon seit mehreren Wochen auf die Büttenabende vor, die als "Burkedröther Märchen-Sitzung" an den Samstagen, 30. Januar, und 6. Februar stattfinden werden.
Die Stimmung bei den Proben ist gut, es wird viel gelacht. Einige der Sänger tragen sogar Zipfelmützen und Bart, extra fürs Foto. Schließlich gestalten sie ihren Beitrag unter dem Motto "Märchenstunde mit Geschichten aus dem Dorf". Dabei sind die Zipfelmützen ein absolutes Muss. Doch beinahe hätte es die Büttenabende nicht mehr gegeben. In den vergangenen Jahren haben die Sänger gemeinsam mit dem Feuerwehrverein die Faschingsabende im Zahlbacher Schützenhaus organisiert und veranstaltet. Um die Bewirtung kümmerte sich der Schützenverein. Doch nun ist die Feuerwehr abgesprungen und es stand die Frage im Raum: Wie geht's weiter? "Für uns Sänger gab es nur eine Antwort. Wir trauen uns und ziehen es alleine durch", so Vorsitzende Sandra Metz. Schließlich haben die Faschingsfeiern eine lange Tradition bei den Sangesfreunden.


Einst war jeder Verein dabei

"Schon vor dem Krieg gab es große Maskenbälle", erzählt Wolfgang Mahlmeister, der die Geschichte der Sängervereinigung, die aus den beiden Gesangsvereinen in Zahlbach und Burkardroth entstanden ist, dokumentiert und erforscht. "Diese haben in den verschiedenen Sälen in der Pfarrei stattgefunden", so der Chronist. Kriegsbedingt folgte eine lange Pause, erst Ende der 1960er Jahre wurden die Faschingsveranstaltungen in Form von Büttenabenden wiederbelebt. Damals hat der Vereinsring die Organisation übernommen. "Jeder Verein beteiligte sich mit einem Beitrag", weiß Mahlmeister.
Nun ist die Situation jedoch eine völlig andere. Zwar bewirten die Schützen wie gehabt, die Organisation liegt jedoch in den Händen der Sänger. Seit Oktober sind sie dabei, Mitstreiter für die Bütt oder Tanzgarden zu finden. Doch das ist zusehends schwieriger, offenbar, weil es immer weniger Faschingsnarren in Burkardroth, Wollbach, Zahlbach und Frauenroth gibt.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Faschingssaison heuer so kurz ist. "Viele Tanzgruppen sind an den beiden Terminen unserer Büttenabende schon ausgebucht", sagt Sandra Metz. Dennoch hat sie mit ihren Mitorganisatoren von der Sängervereinigung elf Beiträge zusammengetragen. Zwar unterscheidet sich das Programm an den beiden Abenden etwas, verspricht aber dennoch beste Unterhaltung. "Es war viel Arbeit", sagt die 45-Jährige.
Die Faschingsfreunde dürfen sich bei den diesjährigen Bütten-abenden auf die Darbietungen vom Tanzmariechen aus Aura, der Gruppe Ilumina, der beiden Kindertanzgruppen Minicls aus Stangenroth und aus Premich freuen. Als Büttenredner treten wie in den Jahren zuvor Konrad Straub, Kilian und Lukas Rottenberger sowie die beiden Newcomer Annegret Winter und Bettina Faber aus Stangenroth auf.


"Kindsköpf'" wieder dabei

Zwei weitere Programmpunkte gestalten die lustigen Sänger der Sängervereinigung. Neben der "Märchenstunde mit Geschichten aus dem Dorf", unterstützt von Musiker Willi Kirchner, führen sie eine Version des Märchens "Aschenputtel" auf. "Mich freut besonders, dass auch die Burkardröther Kindsköpf wieder bei den Büttenabenden mitmachen", sagt Sandra Metz. Was diese darbieten werden, weiß sie aber nicht, das bleibt eine Überraschung.
Musikalisch werden die Faschingsabende wieder von Alleinunterhaltern begleitet. "Am ersten Abend sind das traditionell die Auersberg-Buam und eine Woche später kommt Edi aus Wülfershausen", informiert die Organisatorin.
Wie in den Jahren zuvor, werden bei den Abenden auch wieder Faschingsorden verliehen. Deren Konterfei ziert heuer eine grinsende Hexe, getreu dem Motto "Burkedröther Märchen-Sitzung". Weshalb ausgerechnet dieses gewählt wurde, dafür hat Sandra Metz eine einfache Erklärung: "Es hat einer gesagt und wir fanden's gut." Zudem sei man thematisch nicht ganz so gebunden. Damit haben nicht nur die Programmgestalter, sondern auch die Besucher der Büttenabende mehr Spielraum bei der Auswahl ihrer Kostüme. "Die sind zwar nicht Pflicht, wären aber schon schön", so Metz.


Termine Der Kartenvorverkauf für die beiden Büttenabende, die am 30. Januar und am 6. Februar ab 19.30 Uhr veranstaltet werden, findet am Samstag, 23. Januar, ab 9 Uhr im Edeka Rhön-Center Burkardroth statt.

Weitere Faschingsevents Kinderfasching am 31. 1. sowie Altweiberfasching am 4. 2. geplant. Beide werden vom TSV Wollbach veranstaltet und finden im Sportheim statt. Zudem schlängelt sich am Faschingssonntag, 7. 2., der Gaudiwurm durch die Pfarrei. Der Faschingszug startet am Schützenhaus in Zahlbach, führt über Wollbach am Glöckle vorbei zum Feuerwehrhaus nach Burkardroth, wo der Feuerwehrverein für Bewirtung sorgt. kkh