In diesem Jahr begab sich die Blaskapelle Ebenhausen in ihrem Jahreskonzert ein weiteres Mal auf die Reise: beim letzten Konzert 2018 ging es bereits auf Weltreise, diesmal konnten sich die Besucher der vollbesetzten Turnhalle auf eine Zeitreise freuen.

Märchenhaft ging es im ersten musikalischen Drittel des Abends zu, das die 16-köpfige Nachwuchskapelle "Notenkiller" unter der Leitung von Richard Dees mit ihrem Programm füllte. Neben Altbekanntem wie der "Eröffnungsmusik" von Franz Watz und dem Frankenlied-Marsch, bot die Kapelle etwas völlig Neues: die Nachwuchsmusiker erzählten "Cinderella", ein musikalisches Märchen des niederländischen Komponisten Kees Vlak. Unterstützt wurden sie dabei von fünf Kids, die für das Publikum in die Rolle der Märchenerzähler schlüpften und zwischen den Musikstücken die Geschichte vom Aschenbrödel vortrugen. Die Zuschauer zum Schmunzeln brachte der Auftritt von Aschenputtel und ihrem Prinzen als Brautpaar, verkörpert durch Leni Dees und Leo Pfeuffer.

Ehrungen

In der musikalischen Verschnaufpause nahm Matthias Dees die Ehrung von verdienten Vereinsmitgliedern und Musikern vor: "Das sind die glorreichen Sieben, die im letzten Jahr die D1-Prüfung, das ist das bronzene Musikleistungsabzeichen, bestanden haben." An der Querflöte waren dies Mariell und Chiara Augsten, Corinna Herold und Anna Straub, am Tenorhorn Hannes Federlein und am Schlagzeug Moritz Bambach und Niklas Bauer, der vor vier Jahren bereits seine D1-Prüfung am Tenorhorn abgelegt hatte.

Goldene Hochzeit mit der Blaskapelle feiern - wie es der Vorsitzende ausdrückte - durfte der aus München angereiste Christian Goldbach. Er ist seit 50 Jahren Mitglied im Verein. Auf 40 Jahre brachten es Dietmar Bauer und Reimund Reichert und für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Daniel Bauer, Roland Meißner, Anne Wahler und Julian Wahler geehrt.

Auch der Nordbayerische Musikbund (NBMB), vertreten durch den stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Dominik Sitter, nutzte den Abend für die Ehrung aktiver Musiker: für stolze 40 Jahre aktives Musizieren wurde Dietmar Bauer ausgezeichnet. Er wohnt zwar schon lange nicht mehr in der Gegend, geht aber dennoch seinem musikalischen Hobby im neuen Wohnort beim Musikverein Achberg am Bodensee nach und konnte sich so seine Auszeichnung verdienen.

Für 25 Jahre Musizieren erhielten Daniel Bauer und Julian Wahler (beide Trompete) sowie Carina Rauh (Klarinette), für 20 Jahre Rebecca Bauer (Alt-Saxofon), Bettina Mehn (Klarinette) und Corinna Seemann (Tenorhorn), sowie für 10 Jahre Niklas Bauer (Tenorhorn und Schlagzeug) und Leon Federlein (Flügelhorn) eine Auszeichnung.

Dominik Sitter zeigte sich auch erfreut über die hervorragende Jugendarbeit im Verein, die sich bei den Ehrungen, aber auch bei der Anzahl der Nachwuchsmusiker zeigt.

Nach der ersten Pause konnte endlich die Zeitmaschine angeworfen werden und die Hauptkapelle mit ihren 47 Akteuren, unter der musikalischen Leitung von Isabell Schmitt, begab sich charmant und gekonnt anmoderiert von Ina Mundbrod mit dem "P.O.S. Marsch" von Edward Maj in die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Einen Abstecher in die Neuzeit stellte die "Brauhauspolka" des erst 25-jährigen, zeitgenössischen Musikers und Komponisten Lukas Bruckmeyer dar. Etwas schwerere Kost repräsentierte "The Story of Anne Frank" von Otto M. Schwartz, in dem das Leben von Anne Frank musikalisch erzählt wird.

Die besondere musikalische Überraschung wie Alphorn, Geige oder Dudelsack, die die Blaskapelle bei jedem Jahreskonzert für die Zuhörer bereithält, sah diesmal etwas anders aus: Isabell Schmitt, die seit einigen Jahren in Ebenhausen den Dirigentenstab schwingt, ist selbst auch eine ausgezeichnete Musikerin, die auf hohem Niveau Klarinette spielt. Vor zwei Jahren besuchte sie in Israel beim Komponisten Helmut Eisel einen Masterclass-Workshop zur Klezmermusik, einer aus dem Judentum stammenden Volksmusiktradition.

Inspiriert von dieser Reise, entführte die Klarinettistin Isabel Schmitt das Publikum mit dem Solowerk für Klarinette und Blasorchester "Babsi's Freilach" von Helmut Eisel, nach Israel. In diesem virtuos vorgetragenen Stück, einem schnellen fröhlichen Tanz, konnte man erkennen, dass eine Klarinette tatsächlich Geschichten erzählen, schimpfen und trösten, lachen und weinen kann.

Wieder zurück zum zweiten Weltkrieg führte das Musikstück "Kraftwerk" von Jacob de Haan. Danach ging es noch einmal in die Zeit vor 1945, als der legendäre Zeppelin "Hindenburg" in Flammen aufging. Dieses Ereignis wurde eindrucksvoll in dem gleichnamigen Musikstück von Michael Geisler in Noten umgesetzt und von der Blaskapelle vertont.

Der mitreißendste Musikvortrag des Abends "Elvis in Concert", einem von Peter Kleine Schaars arrangierten Elvis-Presley-Medley, führte in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, wo auch das vorletzte Stück des Abends "Wind of Change" von den Scorpions angesiedelt ist. Den Abschluss des Abends bildete ein von Johan de Meij arrangiertes Medley der bekanntesten Titel aus dem Musical "Elisabeth" von Silvester Levay, bevor die Musiker nach zwei Zugaben die Bühne verließen.