Die Tinte unter dem Vertrag ist quasi noch frisch. Am Donnerstag, 31. Januar, unterzeichneten Gert Frank, Geschäftsführer der Limes Schlossklinik Fürstenhof GmbH, und Kurdirektorin Andrea Schallenkammer langfristige Verträge. Deren Inhalt: Der Fürstenhof und das Schlosshotel werden zur Luxus-Klinik umgebaut.

Die für Bad Brückenau gegründete Limes Schlossklinik Fürstenhof GmbH ist Teil der Limes Schlosskliniken AG, einer Klinikgruppe, die sich auf Stressfolgeerkrankungen spezialisiert hat. Die Klinik im Staatsbad soll 2020 eröffnen, dieses Jahr werden die Gebäude saniert. Unter anderem werden die Fenster ausgetauscht und der Brandschutz modernisiert. Gleichzeitig plant der Klinikbetreiber in die Innenausstattung zu investieren, um den gewünschten Fünf-Sterne-Standard zu realisieren.

80 Mitarbeiter, davon 45 bis 50 Angestellte im medizinischen Bereich sowie 30 bis 35 Hotelfachleute, sollen sich in Zukunft um bis zu 55 Patienten kümmern, erklärt der Geschäftsführer. Medizinischer Schwerpunkt ist die Behandlung von Erkrankungen, die durch Stress ausgelöst werden. Dazu gehören unter anderem Depressionen, Schlaf- und Zwangsstörungen aber auch Migräne- und Tinitus-Beschwerden. Suchterkrankungen werden hingegen nicht behandelt.

Klinik für wohlhabende Privatpatienten

Zielgruppe sind wohlhabende Privatpatienten, also etwa Unternehmer, Bankenvorstände und Künstler. Wenn solche Personen erkranken, lassen sie sich oft im Ausland behandeln. "Wir versuchen in diesem Spektrum eine medizinische Leistung anzubieten. Die Gruppe, die ins Ausland geht, holen wir zurück nach Deutschland", sagt Frank.

Bad Brückenau passe gut ins Portfolio des Unternehmens, zum einen wegen der räumlichen Nahe zum Rhein-Main-Gebiet und seiner Metropole Frankfurt sowie wegen der guten Anbindung an die ICE-Bahnhöfe Würzburg und Fulda. Und: "Die Gegend ist schön", sagt er. Vom Schlosspark mit seinen Promenadewegen, über den König Ludwig I.-Saal mitsamt Kammerorchester bis zur Rhön. Bad Brückenau biete eine angenehme Atmosphäre, ein geschütztes Umfeld, umgeben von ursprünglicher Natur.

Mit der Ausrichtung auf das Fünf-Sterne-Segment werde an die geschichtliche Tradition Brückenaus angeknüpft. Frank: "Bad Brückenau war schon früher ein Rehazentrum für den europäischen Hochadel. Die Gebäude waren schon damals nicht für das normale Volk gemacht, sondern für die Elite, die versucht hat hier zu gesunden." Daran wolle man anknüpfen und zu einer guten Reputation Bad Brückenaus beitragen.

Nutzung für Jahrzehnte sicher

Kurdirektorin Andrea Schallenkammer kann ihre Freude kaum in Grenzen halten: "Ein Meilenstein für mich. Ein Meilenstein fürs Staatsbad. Zukunftsweisend!" Besonders freue sie sich, dass der gesundheitliche Charakter wieder verstärkt in den Fokus rückt. Seit gut einem Jahr steht das imposante Gebäude, das zusammen mit dem Bellevue die Achse des historischen Schlossparks markiert, leer. Zuletzt hatte das Dorint Hotel die 51 Zimmer genutzt.

Noch hält sich die Kurdirektorin mit Details zurück. Wie viel Geld der Freistaat Bayern für den Umbau in die Hand nimmt, darüber gibt sie keine Auskunft. Auch über die Vertragsdauer schweigt sie sich aus. Nur so viel: Die Verträge seien "sehr langfristig" geschlossen worden, so dass durchaus von einer Nutzung über Jahrzehnte gesprochen werden könne.

"Ich freue mich riesig", äußert auch die Bad Brückenauer Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) große Freude. Die Klinik passe nicht nur gut ins Staatsbad, sondern auch ins städtische Konzept, die gesundheitliche Kompetenz stärker herauszustellen.

Infos zu den Limes Schlosskliniken

Unternehmen Seit 2016 betreibt die Gruppe eine Klinik in Mecklenburg Vorpommern, ein zweites Haus wird nach Auskunft von Gert Frank derzeit in Köln gebaut. Bad Brückenau ist das dritte Objekt. Darüber hinaus ist in Deutschland noch eine vierte Klinik vorgesehen.

Mitarbeiter Derzeit beschäftigt die Gruppe rund 160 Mitarbeiter. Diese Zahl soll nach Öffnung aller Kliniken auf mehr als 500 Mitarbeiter steigen.

von Benedikt Borst und Ulrike Müller